Berlin. Zwei deutsche Regisseure gehen ins Rennen um den Goldenen Bären. Auch der Gaza-Krieg ist Thema bei der Berlinale-Programmvorstellung in der Hauptstadt.

Filme mit der preisgekrönten Schauspielerin Isabelle Huppert (70) und ihrer US-amerikanischen Kollegin Rooney Mara (38) gehen ins Rennen um den Goldenen Bären der Berlinale. Mit Andreas Dresen und Matthias Glasner sind zwei deutsche Regisseure im Wettbewerb vertreten, wie der Künstlerische Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian, am Montag in Berlin sagte.

In ihren Filmen spielen unter anderem Liv Lisa Fries und Lars Eidinger mit. Insgesamt seien 20 Filme im Wettbewerb am Start. Die Programmvorstellung nutzten Chatrian und Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek auch für ein Statement zum Gaza-Krieg.

„Die Besten der besten deutschen Schauspieler“

Fries („Babylon Berlin“) ist in „In Liebe, Eure Hilde“ von Andreas Dresen als Widerstandskämpferin Hilde Coppi während des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Fries sei ein aufstrebendes Talent und erzähle mit ihrer Rolle die Geschichte einer Heldin, sagte Chatrian. Eidinger spielt im Drama „Sterben“ von Matthias Glasner an der Seite von Corinna Harfouch und Ronald Zehrfeld. Der Film präsentiere „die Besten der besten deutschen Schauspieler“, sagte der 52-Jährige.

Regisseur Andreas Dresen zeigt bei der Berlinale 2024 seinen neuen Film „In Liebe, Eure Hilde“.
Regisseur Andreas Dresen zeigt bei der Berlinale 2024 seinen neuen Film „In Liebe, Eure Hilde“. © Michael Bahlo/dpa

Der Krieg als Thema - Panel geplant

Für den Künstlerischen Leiter und Rissenbeek ist es die letzte Berlinale als Führungsduo, bevor im April die US-Amerikanerin Tricia Tuttle übernimmt. Direkt zu Beginn der großen Pressekonferenz sagten die beiden auch mit Blick auf den Gaza-Krieg, die Berlinale sei eine Plattform für den friedlichen Dialog. Es solle Platz für eine Auseinandersetzung zum Krieg in Israel und Gaza geben.

Tricia Tuttle wird neue Leiterin der Berlinale.
Tricia Tuttle wird neue Leiterin der Berlinale. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

So sei etwa ein Panel geplant zum Thema „Filmemachen in Zeiten von internationalen Krisen und zukünftigen Perspektiven“. Auch solle man sich in einem sogenannten Tiny House austauschen können. Es wird nach Angaben der Führungsspitze von einem Team aus Israelis und Palästinensern betrieben. Rissenbeek und Chatrian betonten, ihr Mitgefühl gelte allen Opfern der humanitären Krisen in Nahost und darüber hinaus.

Zwei Filmemacher wegen Nahost-Politik zurückgezogen

In der vergangenen Woche hatte ein Regisseur aus einer Nebenreihe der Berlinale angekündigt, seinen Film wegen der angeblich zu israelfreundlichen deutschen Haltung im Gaza-Krieg zurückzuziehen. Ein weiterer habe darum gebeten, nicht Teil des Programms zu sein, sagte Chatrian am Montag und fügte hinzu: „Wir verstehen, dass die Welt heutzutage sehr polarisierend ist. Dennoch bedauern wir diese Entscheidung, denn wir glauben, dass die Berlinale ein Ort des Dialogs und der Integration ist.“

Im Wettbewerb laufen Produktionen aus 30 Ländern. Auch der deutsch-österreichische Historienfilm „Des Teufels Bad“ von Veronika Franz und Severin Fiala mit der Schauspielerin und Musikerin Anja Plaschg ist dabei. Rooney Mara („Verblendung“) ist im Drama „La Cocina“ des mexikanischen Regisseurs Alonso Ruizpalacios zu sehen. Es erzählt von einer Liebesgeschichte in einem belebten New Yorker Restaurant.

Internationale Stars wie Gael García Bernal und Isabelle Huppert

In Hong Sangsoos südkoreanischem Film „Yeohaengjaui pilyo“ übernimmt die Französin Huppert („Die Klavierspielerin“) eine Hauptrolle, der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal im Sci-Fi-Frama „Another End“. Zuvor war angekündigt worden, dass der Film „Small Things Like These“ mit dem irischen Schauspieler Cillian Murphy die Berlinale eröffnen soll - auch er läuft im Wettbewerb.

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert.
Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert. © Maurizio Gambarini/dpa

Die nächste Ausgabe der Berlinale ist vom 15. bis 25. Februar geplant. Der Ticketverkauf startet online am 12. Februar (10.00 Uhr). Jurypräsidentin bei der 74. Ausgabe ist die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong'o. Regisseur Martin Scorsese soll den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk erhalten.

Einige Promis schon vorab angekündigt

Zuvor waren schon viele Filme angekündigt worden, die nicht im Wettbewerb laufen - zum Beispiel der Science-Fiction-Streifen „Spaceman“ mit US-Schauspieler Adam Sandler und seiner britischen Kollegin Carey Mulligan. Auch Produktionen mit Schauspielern wie Kristen Stewart, Amanda Seyfried, Jesse Eisenberg und Hunter Schafer stehen auf dem Programmplan.

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