Kinostart 7. März

„Leg ihn um“: Wer mordet am schnellsten?

Regisseur Jan Georg Schütte hat auch für „Leg ihn um. Ein Familienfest“ auf ein Drehbuch verzichtet - mit sehenswerten Ergebnissen.

Das Ungeschliffene ist nicht immer der Feind des Guten. Regisseur Jan Georg Schütte hat daraus so etwas wie eine Handschrift entwickelt. "Leg ihn um. Ein Familienfest" entstand wie alle seine Filme mit Szenenanweisungen und ohne Drehbuch. Eine unerschrockene Schar Theaterschauspieler stürzte sich in das Abenteuer - mit Erfolg. Hans-Michael Rehberg überzeugt als raubeiniger todkranker Unternehmer August Manzl, der seiner verstoßenen Brut eine brisante Aufgabe stellt.

Wer ihn binnen einer Woche umbringt, erhält das auskömmliche Erbe des Patriarchen. Und so unterschiedlich die einzelnen Typen, so vielfältig sind die Sternstunden der Darsteller. Von Stephan Schads spackigem Bohemien über Oliver Sauers Homosexuellen bis zur Weltabkehr einer Susanne Wolff. Das Chaos, das sich entwickelt, geht über launiges Kinovergnügen durchaus hinaus. Und der Initiator des Ganzen hat am Ende womöglich die innigste, lebendigste und beste Woche seiner letzten Dekade erlebt.

Bewertung: empfehlenswert

"Leg ihn um. Ein Familienfest" D 2012, 105 Min., ab 16 J., R: Jan Georg Schütte, D: Hans-Michael Rehberg, täglich im Abaton; www.leg-ihn-um.de