Immer noch Nummer zwölf?

INDIE war früher, jetzt lassen sich die Ingolstädter Slut stark von Kurt Weill beeinflussen – live am 23.1. im Knust

In der ewigen, immerhin drei Jahre umfassenden Bestenliste des "Bundesvision Song Contest" führt bisher na? Berlin. Gähn. Hamburg ist zurzeit immerhin auf einem guten fünften Platz. Mal sehen, was sich nach dem 14. Februar ändert, wenn der "Bundesvision Song Contest 2008" in Hannover von der Bühne geht. Sicher-Digger-Sieger aus Hamburg: Das Bo. Für Bayern treten die Sportfreunde Stiller mit "Antinazibund" an. Denn Bayern braucht Punkte als abgeschlagener Zehnter in der Bestenliste. Mit schuld sind die Jungs von Slut, die 2005 mit "Why Pourquoi (I Think I Like You)" nur Zwölfter wurden. Warum? Eine gute Frage. Denn nicht nur der Song, ausgereifter und eingängiger Indie-Rock, sondern auch die Band hat seit Mitte der 90er einiges zu bieten. In letzter Zeit zum Beispiel waren die Ingolstädter auf dem Kurt-Weill-Trip und verrockten in ihrer Heimatstadt die "Dreigroschenoper", sehr zum Unmut von Weills Nachlassverwaltern übrigens. Kunst ist, wenn man sich dran reibt. Auf jeden Fall hat der Blick ins Theaterfach auf dem am 25. Januar erscheinenden neuen Slut-Album "Still No. 1" hörbare Spuren hinterlassen. Weillsche Dramatik, orchestrale Arrangements und pathetische Harmonien werden zwar nicht allen Indie-Freunden gefallen, aber Kunst ist - frei. tl >> Slut Mi 23.1., 21.00, Knust (U Feldstraße), Neuer Kamp 30, Karten zu 17,40