Chefdirigent

Christian Thielemann: Lieber Dusche als Hotelbar

Der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle, Christian Thielemann, plaudert etwas aus dem Nähkästchen.

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Der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle, Christian Thielemann, plaudert etwas aus dem Nähkästchen.

Nachdem er Wagners "Götterdämmerung" dirigiert hat, redet der Pult-Star nicht gern. Stattdessen zieht er sich lieber ins Private zurück und duscht.

Dresden. Für Dirigent Christian Thielemann (58) ist eine Dusche das Schönste nach Wagners "Götterdämmerung". "Ich hab's nicht gern, wenn ich hinterher viel reden muss", sagte er gut eine Woche vor Aufführung des Zyklus "Der Ring des Nibelungen" in der Semperoper der "Dresdner Morgenpost" (Donnerstag). Essen müsse man immer. "Mit dem Alkohol gehe ich, wenn ich viel zu dirigieren habe, sehr sparsam um."

Thielemann hatte Ende November 2017 seinen Vertrag als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle bis 2024 verlängert. Er ist seit 2012 in der Elbestadt. "Es hat sich in Dresden gefügt für mich, mit der Staatskapelle", sagte er unter Verweis auf die Möglichkeit, Konzert und Oper zu vereinen.

Der gebürtige Berliner gilt als schwieriger Charakter. "Das ist ein Etikett, das man mir verpasst hat und immer wieder anklebt", sagt er. "Ich bin in meiner tiefsten Seele harmoniebedürftig." In der Auseinandersetzung gehe es immer um die Kunst. "Die anderen müssen mich aushalten, ich die anderen, darum geht es. Erfolg haben wir am Ende nur gemeinsam."

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