Theater

Die große Brasilien-Welt ganz klein

Foto: Bertold Fabricius / Bertold Fabricius/Pressebild.de/Bertold Fabricius

Kuriose und banale Geschichten in der Performance "Otro (or) weknowitsallornothing". Doch ihre Kraft verpufft allzu oft.

Hamburg. Die Metropole Rio de Janeiro ist in der Fantasie ein Quell der Mythen von Hitze, Hektik und Lebendigkeit. Bei Enrique Diaz und Cristina Moura und ihrer Performance "Otro (or) weknowitsallornothing“ schrumpft die große Brasilien-Welt auf viele kleine Begebenheiten zusammen. Ein Belgier, der seit 17 Jahren in Brasilien lebt, wird von einer Frau verbal als Schmarotzer entlarvt. „Es gibt immer eine Frau hinter der Geschichte“, murrt er, während ihm ein ferngesteuertes Spielzeugauto ständig an den Fuß fährt.

Ein Mann scannt sich „nackt“ per Computer ab, zum Vorschein kommt ein jüngerer Mann, der ihn kurz darauf in der Realität und auf dem Bildschirm umarmt. Es sind kuriose, beiläufige und manchmal auch nur banale Begebenheiten, die Diaz und Moura und ihre sechs Darsteller, Tänzer und Musiker bei den Lessingtagen auf die Bühne des Thalia in der Gaußstraße bringen. Die bewusst gewählte offene Form, mit der die Darsteller nach dem „Anderen“ suchen, gerät in einem unübersichtlichen, spannungsarmen Mix aus Tanz, Text, Video und Musik zum Fluch des Abends. Die Kraft der Geschichten, sie verpufft allzu oft.

Lessingtage: Megalopolis Fr 4.2., 20.00, Thalia-Theater, Alstertor Gesellschaft für reale Märchen – Abteilung D Fr 4.2., 20.00, Garage des Thalia in der Gaußstraße, Gaußstraße 190, Karten T.32814444 oder www.thalia-theater.de