Thriller

"Blood Orange": Eine Anwältin kämpft in einem Mordfall

Eine Anwältin muss zum ersten Mal als Pflichtverteidigerin in einem Mordfall arbeiten. Sie kniet sich in die Aufgabe. Doch dann sagt die Angeklagte aus, die Tat begangen zu haben...

Berlin. Wenn eine Anwältin einen Thriller schreibt, dann liegt nahe, dass er im Justizmilieu spielt. So auch bei "Blood Orange", dem Romanerstling der Britin Harriet Tyce.

Allerdings ist Alison, die Hauptfigur und Erzählerin des Romans, nicht die strahlende Heldin, die man vielleicht erwartet. Im Gegenteil. Ihre Ehe ist eine Katastrophe, weshalb sie ein Verhältnis mit einem Justizbeamten hat, und sie trinkt regelmäßig mehr als ihr guttut. Trotz allem engagiert sie sich sehr, als sie zum ersten Mal als Pflichtverteidigerin in einem Mordfall berufen wird. Eine Frau ist angeklagt, ihren Ehemann erstochen zu haben, und Alison sieht Parallelen zu ihrer eigenen Ehe.

Zu ihrem Verdruss besteht die Angeklagte allerdings darauf, die Tat begangen zu haben. Man merkt der Erzählung an, dass Tyce sich mit dem britischen Rechtssystem bestens auskennt. Einen besonderen Reiz liefert Alisons Labilität, da durchaus nicht immer klar ist, was von ihren Erzählungen tatsächlich glaubhaft ist.

- Harriet Tyce: Blood Orange. Diana Verlag, München, 380 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3-453-42314-5.