Zwischen Verbot und Toleranz

Liebe über Grenzen hinweg

Wenn Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen zu Partnern werden, ist das heute nichts Besonderes mehr. Oder doch?

München. In Zeiten der Globalisierung sind Ehen mit Partnern aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen nichts Besonderes mehr. Unproblematisch sind sie aber noch keineswegs überall.

In der Vergangenheit konnten solche Liebesbeziehungen über Grenzen und Kulturen hinweg oft zu schweren Konflikten führen. Das zeigt Michael Jeismann in seinem Buch "Die Freiheit der Liebe" an zahlreichen historischen Beispielen. Besonders problematisch waren dabei Beziehungen, die sich sogenannten Rassenschranken widersetzten.

So führte die Liebe zwischen der (weißen) Engländerin Ruth Williams und Seretse Khama, dem späteren Präsidenten von Botswana, in den 50er Jahren zu diplomatischen Verwicklungen und zum ersten globalen Protest gegen Rassendiskriminierung. Die Geschichte ging gut aus, viele andere nicht.

Das spannende Thema wird vom Autor leider sehr unstrukturiert serviert und auch unscharf abgegrenzt. Was zum Beispiel hat die sehr spezielle, von Neurosen getriebene Beziehung Marlon Brandos mit einer Polynesierin hier zu suchen?

- Michael Jeismann: Die Freiheit der Liebe. Paare zwischen zwei Kulturen, Carl Hanser Verlag, München, 352 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-446-26401-4.