Neue Chancen

Rowohlt-Verleger Florian Illies verbreiet Zuversicht

Wie steht es um die Zukunft des Buches? Der neue Rowohlt-Verleger Florian Illies ist optimistisch.

Hamburg. Der neue Rowohlt-Verleger Florian Illies (47, "Generation Golf") blickt mit Zuversicht auf die Branche. "Ich trage in mir, dass ich an die Kraft des Buches glaube", sagte er in einem Interview des "Börsenblatts".

Die Branche habe den Auftrag, den Menschen wieder zu vermitteln, welches Glück es bedeute, ein Buch lesen zu können. "Das Buch als Teil des Lebens - das ist die Botschaft, die von uns allen, die wir leidenschaftlich lesen, noch viel mehr nach außen getragen werden muss", sagte der Rowohlt-Chef, der die Nachfolge von Barbara Laugwitz antritt. Deren plötzliche Ablösung hatte im Herbst heftige Turbulenzen ausgelöst.

Jetzt komme es darauf an, dass man der Realität nicht mit Naivität begegne, sagte Illies. Den millionenfachen Verlust von Menschen, die Bücher lesen, gebe es ja tatsächlich. "Wir müssen die Chancen sehen lernen, die für uns in der veränderten Mediennutzung liegen: Was heißt es denn, dass alle Menschen plötzlich nicht mehr linear fernsehen, dass sie Serien schauen und Netflix abonnieren? Offenbar heißt das doch, dass die Serie als Buchvermarktungssystem stark an Bedeutung gewinnt, zumal in den unterhaltenden Genres."

Auch in den sozialen Medien sieht der 47-Jährige neue Chancen. "Wir haben zu schauen, was dort für Menschen unterwegs sind, welche Sprache sie entwickeln, welche Anhängerschaft sie haben. Und dann erfindet man eben unsere wunderbare Online-Oma Renate Bergmann und holt diese Figur ins Buch", meinte Illies. "Wenn es uns gelingt, mit den Menschen, die auf Instagram oder durch Podcasts eine große Schar von Followern haben, ein authentisches, faszinierendes Buch zu machen, dann werden wir sehen, dass vermeintliche Nichtleser eben doch wieder zu Buchkäufern werden."