Mit Knalleffekt

Scheintot im Leichenwagen: "Oskar"

Der Autor Max Bronski ist geistiger Vater einer neuen Figur, Oskar, den die Leser kennenlernen, als er gerade zum Krematorium gefahren wird...

München. Eigentlich ist sein Name Franz-Maria Sonner. Doch als Max Bronski kennt man ihn beziehungsweise seine Kult-Figur, den Münchner Antiquitätenhändler Gossec. Nun bringt der erfolgreiche Krimi-Autor Bronski einen neuen Mann ins Spiel, der seinem jüngstem Roman den Namen gab: "Oskar".

Er ist eigentlich eine tragische Figur, denn der scheintote Oskar wird mit zwei anderen Leichen geradewegs zum Krematorium auf dem Münchner Ostfriedhof gebracht. Glücklicherweise erwacht Oskar unterwegs, befreit sich aus seinem Sarg und greift sich - wegen fehlender eigener Papiere - die Unterlagen aus dem Nachbarsarg.

An einer Ampel kann er den Leichenwagen verlassen und findet sich - nur in mit blaurosa Delphinen bedruckten Boxershorts - im Englischen Garten wieder. Fatal ist, dass er weder weiß, wer er ist noch wo er ist. Der arme Kerl ist so verwirrt, dass die Kommunikation mit anderen Menschen einigermaßen kompliziert ist.

Richtig helfen kann man ihm nicht. Und blöd auch, dass er nicht ahnt, wessen Papiere er sich da angeeignet hatte. Die geliehene Identität scheint sich als kapitaler Fehler zu erweisen. Nicht wirklich tragisch, aber mörderisch komisch ist die Suche Oskars nach seinem wahren Ich.

Bronskis Idee für das Ende ist einfach ein Knaller. Der in München lebende Autor und Verfasser weiterer erfolgreicher Krimis studierte Soziologie und Neuere Deutsche Literatur und ist Träger etlicher Auszeichnungen.

- Max Bronski: Oskar, Droemer Verlag München, 304 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-4263-0610-9.

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