Vor schottischer Kulisse

Psychothriller und Justizdrama: "Sein blutiges Projekt"

Der Dreifach-Mörder ist schnell gefasst. Doch was trieb ihn zu seinen Taten? Ärzte und Polizisten ermitteln, um die Beweggründe des jungen Manns zu verstehen.

Berlin. Mit einem ungewöhnlichen Roman hat der Schotte Graeme Macrae Burnet viel Aufmerksamkeit erregt. "Sein blutiges Projekt" kommt daher wie ein historisches Dokument, in dem der junge Roderick Macrae schildert, wie er im Jahr 1869 drei Männer erschlug und nun im Provinz-Gefängnis auf seinen Prozess wartet.

Ergänzt wird dieses vermeintliche Selbstzeugnis durch medizinische Gutachten, Befragungen und die Mitschrift des Prozesses gegen den 17-Jährigen. Der Autor Burnet stellt sich als zufälliger Finder dieser historischen Dokumente dar. Aber bei aufmerksamem Lesen wird bald klar, dass viele Teile des Buches nicht so zu einander passen, wie es scheint.

Burnet hat sehr clever mit den Erwartungen von Lesern an historische Dokumente und der Faszination mit einer ungewöhnlichen Situation jongliert. Justizdrama, historischer Roman und Psychothriller: "Sein blutiges Projekt" ist alles in einem.

- Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt. Der Fall Roderick Macrae. Europa Verlag, München, 341 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 978-3-95890-055-4.

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