Konzert, Ausstellung, Lesung

Die Kultur-Tipps vom Abendblatt in der zweiten Adventswoche

| Lesedauer: 9 Minuten
Max Mutzke – einst von Stefan Raab entdeckt und schon lange eine Konstante im deutschen Musikbusiness.

Max Mutzke – einst von Stefan Raab entdeckt und schon lange eine Konstante im deutschen Musikbusiness.

Foto: Dirk Messner

Abgesang auf die Kanzlerin, deutscher Soul oder der Tatort Weihnachtsgeschichte: Hamburgs Kulturlandschaft hält für jeden etwas bereit.

Max Mutzke im Mojo Club, zwei „Tatort“-Ermittler in der Laeiszhalle auf den Spuren von Charles Dickens, ein moderner französischer Filmklassiker im Zeise-Kino, der satirische Abgesang auf Bundeskanzlerin Angela Merkel im Theaterschiff, dazu die Olchis. Unsere Kultur-Tipps für die zweite Adventswoche.

Max Mutzke im Mojo Club

Eigentlich sollte Schwarzwald-Soulbruder Max Mutzke an diesem Sonnabend in Goslar den Paul-Lincke-Ring 2021 für seine Verdienste um die deutsche Unterhaltungsmusik bekommen, doch die Stadt verschob die Verleihung. In Gedanken darf sich Mutzke den Ring schon aufstecken – der einst von Stefan Raab entdeckte Sänger und Songschreiber hat sich zu einer vielseitigen Konstante in Pop, Soul und Jazz entwickelt.

In Hamburg ist er damit am besten im Mojo Club aufgehoben, sein Konzert dort wurde von Oktober 2020 auf den 5. Dezember verlegt. Dabei hat er neue Lieder des im September erschienenen Albums „Wunschlos süchtig“. Wer von Mutzke nicht genug bekommt: Am 23. Juli 2023 spielt er mit Band open air im Stadtpark.

Max Mutzke & Band, The Wayf So 5.12., 20.00, Mojo Club (U St. Pauli), Reeperbahn 1, 2G, Karten zu 52,- im Vorverkauf

ARTvent und Gedok-Design

Die perfekte Symbiose aus adventlicher Stimmung, Kunstgenuss und Shopping finden Gäste im Galeriehaus Hamburg. Die Galeristinnen Carolyn Heinz, Nanna Preußners, Kerstin Hengevoss-Dürkop und Mikiko Sato laden dieses Wochenende zum alljährlichen ARTvent. Im Angebot sind Werke etwa von Barbara Petzold und Julien Roux, Jens Hanke und Beate Höing aus der aktuellen Schau „What Makes You Happy!“.

Darüber hinaus gibt es an allen Adventswochenenden im Haus für Kunst & Handwerk die Chance, Kunsthandwerk und Design-Objekte von Künstlerinnen der Gedok Hamburg zu erwerben. Die Ateliers, die sich über mehrere Etagen des alten Fa­brikgebäudes verteilen, sind geöffnet und geben Einblicke in die kreative Arbeit.

ARTvent Sa/So 4./5.12., jew. 12.00–18.00, Galeriehaus Hamburg (U Steinstraße), Klosterwall 13, Eintritt frei unter 2G-Regeln

Adventsmesse Gedok Hamburg, 3.–5., 10.–12., 17.–19.12. jew. 11.00–19.00, Haus für Kunst & Handwerk (Bus 6, 17), Lange Reihe 75/Koppel 66, Eintritt 2,- unter 2G-Regeln


Desert Blues von Tamikrest im Knust

Seit den 80er-Jahren prägen afrikanische Bands und Musiker wie Tinariwen den sogenannten Desert Blues oder auch Tuareg-Rock, der die musikalischen Traditionen der Menschen der Sahara mit westlichen Rock- und Pop-Einflüssen kombiniert. Diesen Pfaden folgt Ousmane Ag Mossa mit seiner 2006 in Mali gegründeten Band Tamikrest, die bislang sechs Alben produziert hat.

Politische Texte in der Sprache Tamaschek, ausgefeiltes Gitarrenspiel und mitreißende Arrangements haben auch in Deutschland viele Fans gefunden. Die dürfen vier Jahre nach dem letzten Hamburg-Besuch der Band auf das bislang zweimal verschobene Konzert am 9. Dezember im Knust hoffen. Es gelten 2G-plus-Regeln!

Tamikrest Do 9.12., 21.00, Knust (U Feldstraße), Neuer Kamp 30, Karten zu 24,10 im Vvk.

Filmvorstellung mit Regisseuren im Abaton

Gleich zwei Regisseure stellen diesen Sonntag im Abaton ihre Filme vor. Um 17 Uhr präsentiert Sharon Ryba-Kahn „Displaced“. In dieser Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familiengeschichte rekonstruiert die in Deutschland geborene Filmemacherin wie es ihrem Vater und seinen Angehörigen während des Holocausts erging.

Eine halbe Stunde später ist Srdan Golubovic an der Reihe. Sein in Serbien spielender Film „Vater – Otac“ handelt von Nikola, der schuldlos seinen Job verliert. Seine Frau begeht daraufhin einen Selbstmordversuch, den sie überlebt. Allerdings wird dem Paar das Sorgerecht für ihre beiden Kinder entzogen. Nikola will das so nicht hinnehmen und sich darüber beschweren. Weil er kein Geld für den Bus hat, geht er die 300 Kilometer nach Belgrad zu Fuß.

„Displaced“ So 5.12., 17.00 (ab 6 J.);
„Vater – Otac“ So 5.12., 17.30 (ab 12 J.), Abaton, Allende-Platz 3, (Bus 4, 5), Karten zu 9,- unter T. 41 320 320 (2G-Regeln)

A cappella von Maybebop in der Laeiszhalle

Diese Band kennt trotz Krise keine Lieferengpässe: „Es kommt ein Schiff, geladen“, ist nur ein Song von Maybebop. Obwohl mit Bariton Oliver Gies nur noch ein Gründungsmitglied verblieben ist, zählt das fast 30 Jahre alte Quartett aus Hannover bis heute zu den populärsten deutschen A-cappella-Gruppen.

Am Nikolaustag holt der vielseitige Vierer sein von Dezember 2020 verlegtes Konzert in der Laeiszhalle nach. Das ist zwar kein „Weihnachtswunder“, jenes Lied gehört aber wie der „Adventskalender im September“ zum aktuellen Repertoire – jetzt unter 2G-Modell, das letztes Jahr keiner kannte, wohl aber Jazz, Reggae.

Maybebop: „Für Euch“ Mo 6.12., 20.00, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten zu 32,70 bis 48,10 in der Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18-32, Ticket-Hotline T. 040/30 30 98 98

Adventsmusik bei Kerzenschein in der St.-Petri-Kirche

Musikalisch auf die besinnliche Zeit einstimmen können sich Klassikfreunde an diesem Sonntag in Altona. In der dortigen St.-Petri-Kirche spielen Yu-Ching Chao (Blockflöte) und Kerstin Petersen (Orgel) Musik von Bach, Caldini, van Eyck und Pärt. Ergänzt werden diese Darbietungen von vorgetragenen Texten über die Advents- und Weihnachtszeit – als Überraschungsgast ist ein Hamburger Schauspieler mit dabei.

„Adventsmusik bei Kerzenschein“ So 5.12., 18.00, St.-Petri-Kirche Altona (S Altona), Schillerstraße 2, Eintritt frei (2G-Regeln), Anmeldung per E-Mail: kerstin-petersen@live.de

Satirischer Abgesang auf die Kanzlerin auf dem Theaterschiff

In wenigen Tagen ist seine Chefin nach 16 Jahren weg, trotzdem organisiert Noch-Kanzlerchauffeur Michael Frowin ein letztes Mal die Weihnachtsfeier im Kanzleramt. Es stellen sich ganz neue Fragen: Muss der Stern von Bethlehem durch ein Gender-Sternchen ersetzt werden? Und wird Greta Thunberg oder Robert Habeck in der Krippe liegen? Oder leistet sich die Christenheit ab sofort eine Heiland-Doppelspitze?

Weil Pianist und Arrangeur Dietmar Loeffler noch mal beim Mix aus Weihnachtskabarett und vorgezogenem Jahresrückblick mitmischt, dürfte es auf dem Theaterschiff auch beim „Halleluja! Ohne Angela“ hoch hergehen. Aber alles unter 2G-Regeln bei leicht reduzierter Kapazität.

„Halleluja! Ohne Angela“ 7.–9.12. und 16.–18.12., jew. 19.30, Theaterschiff (Bus 16, 17), Holzbrücke 2, Karten zu 25,- bis 27,- unter T. 69 65 05 60; www.theaterschiff.de

Tatort Weihnachtsgeschichte: Nemec und Wachtveitl lesen

Jüngst sahen sie wieder gut neun Millionen – Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl alias Batic und Leitmayr sind laut Fallzahlen (86) die dienstältesten Ermittler im ARD-„Tatort“. Am Mittwoch widmen sich die beiden Münchner dem Geizhals Scrooge und dessen mehr oder minder kriminellen Gebaren.

Die Schauspieler rezitieren in der Laeiszhalle Charles Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“ als musikalisches Bühnenmärchen – beide haben es bereits als Hörbuch eingesprochen. Eingebettet in die Musik von Komponist Libor Síma und fünf Streichern soll in Martin Mühleis’ Regie trotz des moralischen Grundtons eine fröhliche Lebendigkeit mit britischen Humor durchklingen. Hat alles seinen Preis, kostet aber unter 2G-Regeln nix extra.

„Eine Weihnachtsgeschichte“ Mi 8.12., 20.00, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten zu 47,- bis 75,- in der Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18-32, Ticket-Hotline T. 040/30 30 98 98

KINO SPECIAL

,,Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001) zählt bis heute zu den bekanntesten französischsprachigen Filmen. Hauptdarstellerin Audrey Tautou verzauberte das Publikum vor 20 Jahren ebenso wie die wunderbare Filmmusik von Yann Tiersen.

Am Dienstag ist das vielfach preisgekrönte Pariser Großstadt-Märchen im Zeise-Kino auf großer Leinwand zu sehen – in restaurierter Fassung. Die Vorführung findet unter den derzeit geltenden 2G-Regeln statt.

„Die fabelhafte Welt der Amélie“ Di 7.12., 19.30, Zeise-Kinos (S Altona, Bus 2, 150), Friedensallee 7-9, Karten ab 11,- im Vvk.

PUPPENSPIEL

Die Olchis sind faul und schmuddelig. Als der Weihnachtsmann sich zu ihnen verirrt, erzählt er ihnen vom Weihnachtsmarkt.

Die Kammerpuppenspiele Bielefeld zeigen das Stück nach Erhard Dietls Buchvorlage in Wandsbek.

„Die Olchis feiern Weihnachten“ ab 4J., Do–Mo 9.–12.12., je 16.30 (Sa/So auch 14.00), Theater Wandsbeker Markt (U Wandsbek Markt), Schloßstr. 78, Karten ab 12,50 im Ticketshop des Hamburger Abendblatts und www.ADticket.de

( HA )