Literatur-Tipp

Spannung am Lago Maggiore,  in  Sizilien und bei Adenauer

| Lesedauer: 2 Minuten
Volker Albers
Buchcover Schwarzer Sand von Cristina Cassar Scalia.

Buchcover Schwarzer Sand von Cristina Cassar Scalia.

Die sizilianische Autorin Cristina Cassar Scalia erzählt in ihrem Debüt „Schwarzer Sand“ viel über Land und Leute.

Hamburg. Die Brüder Andreas und Stefan Lebert, renommierte Journalisten, haben sich unter dem Pseudonym Andrea di Stefano auf Kriminalromane verlegt. Ihre Geschichten spielen am Lago Maggiore, an dem die Autoren öfter ihre Zeit verbringen. „Buona Notte“ (Scherz, 304 S., 15 Euro) ist nach „Tutto Bene“ der zweite Teil einer Reihe um den ehemaligen Zeugenschützer Lukas Albano Geier, der sich in Italien in einem neuen Leben eingerichtet hat.

Dieses Mal bekommt es Geier mit einem toten Gitarristen und einer verschwundenen Kommissarin zu tun – mit der Geier ein Verhältnis hatte. Bei seinen Ermittlungen gerät er in ein Kloster, hinter dessen dicken Mauern Seltsames geschieht. Atmosphärisch starke Geschichte mit einem tiefblauen Protagonisten, dem Lago Maggiore.


Die sizilianische Autorin Cristina Cassar Scalia beweist in ihrem Debüt „Schwarzer Sand“ (Limes, Dt. v. Christiane Winkler, 432 S., 16 Euro) nicht das literarische Niveau ihres Landsmannes Andrea Camilleri. Doch der Roman ist unterhaltsam und erzählt viel über Land und Leute. In einem Speiseaufzug einer am Fuße des Ätna gelegenen Villa wird die mumifizierte Leiche einer Frau gefunden. Giovanna Guarrasi, jüngst zum mobilen Einsatzkommando versetzt, muss dunkle Dorfgeheimnisse lüften. Leichte Sommerlektüre mit hohem Sizilien-Faktor.


Eine spannende Reise in die Vergangenheit tritt Autor Ralf Langroth mit „Die Akte Adenauer“ an (rororo, 400 S., 16 Euro). 1953, wenige Wochen noch bis zur Bundestagswahl, Adenauers CDU liegt in Umfragen weit vorn. Auf Betreiben der Amerikaner wird Philipp Gerber Hauptkommissar beim BKA, obwohl er eigentlich Jurist in Harvard hatte werden wollen. Doch er soll den Mord an seinem Vorgänger aufklären – gegen große Ressentiments.

Mit der Journalistin Eva Herden, die für ein kommunistisches Blatt schreibt, stößt er auf die Spur der rechtsradikalen „Wölfe Deutschlands“, die ein Attentat auf einen führenden SPD-Politiker planen. „Die Akte Adenauer“, ein starker Politthriller, gibt erhellende Einblicke in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft.