Theater-Tipp

„Weiße Rose“: Kammerspiele würdigen mit Lesung Sophie Scholl

Die Münchner Studenten Hans (l., 1918-1943) und Sophie Scholl (1921-1943) bildeten mit Kommilitonen die NS-Widerstandsgruppe Weiße Rose.

Die Münchner Studenten Hans (l., 1918-1943) und Sophie Scholl (1921-1943) bildeten mit Kommilitonen die NS-Widerstandsgruppe Weiße Rose.

Foto: Getty Images

Latchinians Inszenierung des Stücks von Petra Wüllenweber ist Mahnung gegen Totalitarismus. Acht Hamburger Studierende lesen.

Hamburg.  Viel ist geschrieben, gesagt und gezeigt worden anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl am vergangenen Sonntag - am ungewöhnlichsten in einer Performance von 100 jungen Menschen am Königsplatz in München.

In Hamburg haben die Kammerspiele eine sehr angemessene künstlerische Form gefunden, die 1943 ermordete Widerstandskämpferin gegen die Nazi-Diktatur zu würdigen. Sewan Latchinian hat das von Petra Wüllenweber als Theaterstück geschriebene „Die weiße Rose“ als szenische Lesung gestaltet.

Hamburger Studierende arbeiten Hintergründe heraus

„Ihr Vermächtnis lebt in uns weiter. Das Gesetz ändert sich, das Gewissen nicht“, sagt der künstlerische Leiter im Prolog der digitalen Aufzeichnung über Sophie Scholl. In 70 Minuten arbeitet Latchinian mit acht Studierenden der Hochschule für Musik und Theater die familiären, religiösen und politischen Hintergründe der studentischen Widerstandsgruppe um Sophie und Hans Scholl eindringlich heraus.

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Schon in der zweiten Szene lässt eine der Mitwirkenden vom Rang der Kammerspiele weiße Flugblätter ins Parkett fallen – ähnlich der Treppenhaus-Szene in Michael Verhoevens Kinoerfolg von 1982. Der Mut, ihrer Überzeugung Taten folgen zu lassen, kostet die Geschwister und ihre Mitstreiter das Leben. Der kurze Prozess vor dem Volksgerichtshof mit dessen Präsidenten Freisler ist die letzte, eindringlichste Mahnung, gegen Totalitarismus aufzustehen. Und zwar rechtzeitig.

„Die weiße Rose“ bis 31.5., kostenlos auf www.hamburger-kammerspiele.de

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