Hamburger Theater

„Das gibt’s nur einmal“: Engelsaal öffnet wieder

Herbert Kauschka, seit 2005 musikalischer Leiter am Haus.

Herbert Kauschka, seit 2005 musikalischer Leiter am Haus.

Foto: Herbert Kauschka

Theater der leichten Muse spielt ab Sonnabend Operetten-Revue. Der Posten des künstlerischen Leiters ist vakant.

Hamburg.  Ein Komiker als Versuchskaninchen? Heinz Erhardt hätte sich daraus gewiss einen Spaß gemacht. Der 1979 in Hamburg-Wellingsbüttel gestorbene Humorist, vielmehr „Die große Heinz-Erhardt-Show“, diente dem Engelsaal am Wochenende als Probelauf für die Wiedereröffnung; „Das gibt’s nur einmal“, heißt es diesen Sonnabend.

Mit der Operetten-Revue nimmt das Theater der leichten Muse sein Publikum mit in die Zeit des frühen deutschen Tonfilms. Dafür sorgen, dass „Der Kongress tanzt“, „Die Drei von der Tankstelle“ auf Zack sind oder „Zwei Herzen im 3/4-Takt“ dahinschmelzen, sollen Viktoria Car und Hendrik Lücke. Die Wiener Sopranistin und der schauspielernde Hamburger Tenor interpretieren die Operetten-Filmschlager. Am Klavier begleitet sie der musikalische Leiter Herbert Kauschka, die Konstante des kleinen Theaters in der Neustadt. Als Regisseur der Revue konnte recht kurzfristig Karsten Engelhardt verpflichtet werden.

Philip Lüsebrink hatte das Haus nach 14 Jahren verlassen

Der künstlerische Leiter des Engelsaals, Philip Lüsebrink, hatte das Haus im September nach 14 Jahren verlassen. Überraschend, weil der Anfang 2019 gestorbene Engelsaal-Gründer Karl-Heinz Wellerdiek ausdrücklich für Lüsebrink als Nachfolger plädiert hatte. Lüsebrink sprach von „unterschiedlichen Auffassungen der neuen Geschäftsführung über die künftige künstlerische Ausrichtung des Theaters“. Engelsaal-Geschäftsführer und -Eigentümer ist Thomas Wellerdiek, Karl-Heinz’ Witwer.

Der Posten des künstlerischen Leiters ist vakant, der Engelsaal hat zunächst bis Ende Januar einen Spielplan veröffentlicht. Am 20. November ist mit „Edith Piaf“, interpretiert von Pamela Heuvelmans, eine weitere Hauspremiere geplant. Dazu kommen Gastspiele von norddeutschen Künstlern, alle Abende begrenzt auf maximal 80 Minuten. Getränke serviert das Personal am Platz.

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Maximal 44 Gäste dürfen nun mit Abstand an Tischen im 130-Plätze-Saal sitzen, der eine moderne Lüftung und zehn große Fenster hat. „Die Abende sind umso mehr ein exklusives Erlebnis in dem barocken historischen Raum“, hat Engelsaal-Sprecher Oliver Gräsler nach dem Test am vorigen Wochenende erkannt.

Und Heinz Erhardt, der Komiker der „Wirtschaftswunder“-Jahre, lockt offenbar heutzutage auch Twens an, wie Gräsler am Einlass beobachten konnte. Auch deshalb steht „Die große Heinz-Erhardt-Show“ weiter auf dem Plan.

„Das gibt’s nur einmal“ Premiere Sa 24.10. 19.30, auch So 25.10., 15.00, bis 30.1. 2021, Engelsaal, Valentinskamp 40–42, Karten zu 32,- bis 38,-: T. 319 74 76 99; www.engelsaal.de