Ein Deal mit Klitschko – und die Folgen

Dümmel mit den Klitschkos, 2000

Dümmel mit den Klitschkos, 2000

Foto: Bongarts/Getty Images

Hamburg. Es war ein Supercoup! Ende der 1990er Jahre gelang Ralf Dümmel mit der Produktion des Wassermaxx – einem Gerät zum Aufsprudeln von Leitungswasser – einer seiner größten Erfolge. Der stationäre Handel, in dem sein Unternehmen bis dato kaum vertreten war, riss sich um den Wassermaxx. Bei der Markteinführung hatte das Unternehmen mit Harald Juhnke geworben, doch irgendwann brauchte man neue Protagonisten. Die Klitschkos erscheinen Dümmel damals ideal. Weil sie als Leistungssportler auf gesunde Ernährung achten, authentisch und unverbraucht sind. Er kann die Box-Brüder zwar als Testimonial gewinnen – doch er macht einen der schlechtesten Deals seines Lebens. Heute ist er mit Wladimir Klitschko eng befreundet. Ein paar Boxhandschuhe des Weltmeisters hängen bei ihm im Büro.

Die Hintergründe ihres Deals hat Ralf Dümmel in seiner Laudatio auf Wladimir Klitschko bei der Hamburger Sportgala erzählt, wo der Boxer mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde. Lesen Sie selbst:

„Ich selbst übrigens habe im Jahr 2000 erfahren müssen, dass er darüber hinaus ein sehr guter Geschäftsmann war und das gerade einmal im jungen Alter von 23 Jahren. Ich habe damals den Wassermaxx erfunden und suchte ein Testimonial. Sein Management forderte in den Verhandlungen einen hohen Betrag, der als Fixsumme gezahlt werden sollte – dazu war ich nicht bereit. Ich wollte ein Erfolgsmodell stricken, das eine ,Pro-Stück-Provision‘ hatte, ohne eine Garantiesumme zu zahlen. Die Verhandlungen wären fast gescheitert, wenn er nicht erkannt hätte, was für ein großes Potenzial hinter diesem Geschäft steckt. Er stellte sich gegen die Entscheidung seines Managements und ging den Deal ein. Mich hat das fast das Vierfache gekostet, und daran erkennt man, dass er schon damals den richtigen Geschäftssinn hatte.“