Musik

Neue Alben: Das wird ein heißer Pop-Herbst

| Lesedauer: 3 Minuten
Tino Lange
Kylie Minogue, hier live in Brüssel, kehrt im November auf „Disco“ zum Dance-Pop zurück.

Kylie Minogue, hier live in Brüssel, kehrt im November auf „Disco“ zum Dance-Pop zurück.

Foto: Christie Goodwin

Angekündigt sind Albumveröffentlichungen von Kylie Minogue, Alicia Keys, Bon Jovi, Katie Melua und der besten Band der Welt.

Hamburg. Konzertabsagen, Tourverschiebungen, Festivalausfälle: Der Konzertkalender für 2020 und 2021 ist gehörig durcheinandergeraten, und ähnlich ist es auch mit den für dieses Jahr geplanten Albumveröffentlichungen. Nicht wenige Stars haben ihre neuen Lieder längst abgeliefert, aber in Zeiten des popmusikalischen Totalstillstands in vielen Ländern und der eingeschränkten Werbemöglichkeiten durch Konzerte hält so mancher große Name sich zurück. Dave Grohl von den Foo Fighters erklärte bereits im Mai, dass der Nachfolger von „Concrete And Gold“ (2017) längst im Kasten ist. Und Rihanna gab im gleichen Monat an, dass sie ihr neues Album „R9“ schlicht „verloren“ hätte: „Wenn mich einer der Motherf … unter euch noch einmal nach dem Album fragt …“, warnte sie auf Instagram.

Auch hierzulande ist einiges durcheinandergeraten, aber der Herbst wird heiß. Die „beste Band der Welt“, die Ärzte aus Berlin, hat das neue Album fertig, auf das die Fans von BelaFarinRod seit acht Jahren mehr oder weniger geduldig warten. Es wird kommen, noch wurde nicht bekannt gegeben, wann genau. Der Hamburger Sänger und Songschreiber Pohlmann hingegen hat sich für seine Platte „Falschgoldrichtig“ mit etwas Verzögerung festgelegt: Am 11. September ist es so weit.

Neue Lieder sind doch die schönsten

Und es muss ja nicht immer gleich ein Album mit neuen Liedern sein. Man kann auch mal was ausprobieren. Die New Yorker Gala-Pop-Sängerin Lana Del Rey legt nach ihrem 2019 erschienenen Album „Norman Fucking Rockwell“ am 2. Oktober nach mit „Violent Bent Backwards Over The Grass“: Das wird ein Spoken-Word-Werk, unter anderem mit 14 Gedichten, die vom Songwriter, Produzenten und vierfachen Grammygewinner Jack Antonoff musikalisch begleitet werden. Die streitbare Pink-Floyd-Ikone Roger Waters hingegen präsentiert am selben Tag den Livefilm nebst Album zu seiner „Us+Them“-Tournee.

Nicht schlecht, aber neue Lieder sind doch die schönsten. Die gibt es zum Beispiel von der georgisch-britischen Sängerin Katie Melua. „Album No. 8“ erscheint am 16. Oktober, und die kürzlich veröffentlichte erste Single „A Love Like That“ macht mit seinem orchestralen 60ies-Retropop Lust auf mehr. Richtig aufdrehen wird am 6. November auch Kylie Minogue. Die australische Pop-Gigantin hat sich offenbar schnell von ihrem Country-Pop-Experiment „Golden“ (2018) verabschiedet und geht zurück in die „Disco“. Mehr Glitzer, mehr Dancebeats, mehr Schillern, mehr Synthies. Der erste Song „Say Something“, gerade erst vorgestellt, ist schon mal sehr vielversprechend – und macht schmerzhaft bewusst, dass Clubs und Discos derzeit geschlossen sind. Da heißt es im November wahrscheinlich, zu Hause zu tanzen.

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Bevor der Herbst zu Ende geht, kommt es noch einmal ganz groß, stadiontauglich. US-Superstar Alicia Keys, die sich gerade mit dem neuen Song „Perfect Way To Die“ gegen Polizeigewalt in den USA wandte, verspricht noch für dieses Jahr die eigentlich im Mai geplante Veröffentlichung von „Alicia“. Die ersten Singles „Show Me Love“ und „Underdog“ kamen schon vor Monaten heraus. Ebenfalls im Mai wollte uns eigentlich auch Bon Jovi mit neuen Songs beglücken, gut die Hälfte ist auch schon veröffentlicht. Den Rest von „Bon Jovi: 2020“ soll es im Oktober geben.