Elbphilharmonie

Umjubelter Einstand von Alan Gilbert als Chefdirigent

Alan Gilbert erlebte in Hamburg ein gelunges Debüt als Chefdirigent.

Alan Gilbert erlebte in Hamburg ein gelunges Debüt als Chefdirigent.

Foto: dpa

In der Elbphilharmonie gab Alan Gilbert ein Debüt als Chefdirigent. Die Besucher erlebten die Uraufführung eines Werks, das der NDR bei der Koreanerin Unsuk Chin in Auftrag gegeben hatte.

Hamburg. Mit einem vielfältigen Programm jenseits aller Konventionen hat der amerikanische Dirigent Alan Gilbert in der Elbphilharmonie einen umjubelten Einstand als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters gegeben.

So folgte auf die geschmeidig gespielte Brahms-Sinfonie die Uraufführung von "Frontispiece for orchestra", das der NDR bei der Koreanerin Unsuk Chin in Auftrag gegeben hatte. Mit Leonard Bernsteins zweiter Sinfonie "Jeremiah" bog das Programm ab in Richtung Amerika. Von Bernsteins süffigem Broadway-Schwung war diese tiefreligiöse Musik allerdings weit entfernt. Die Mezzosopranistin Rinat Shaham, die kurzfristig eingesprungen war, sang den hebräischen Text mit Inbrunst und opernhafter Präsenz.

Das Herzstück des Abends war Charles Ives' stilles "The Unanswered Question" für eine Trompete, vier Flöten, die immer dissonantere, aufgeregte Motive in den Raum schleuderten, und fast unhörbar leise Streicher. Lautstark und lautmalerisch ging es dagegen in "Amériques" von Edgard Varèse zu, in dem das riesig besetzte Orchester einen quicklebendigen, dissonanten Klangstrom entfesselte, Großstadtgeräusche wie Sirenenklänge und Fetzen von Jazzmusik inklusive. Rasanter Schluss, Jubel im Publikum, Verbeugung, Abgang - und als der Dirigent wieder auf die Bühne kam, prostete er dem Publikum mit einem Glas Bier zu.