Theater

Kampnagel meldet gute Zahlen und ein sattes Programm

Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard im August bei der Eröffnung des Internationalen Sommerfestivals

Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard im August bei der Eröffnung des Internationalen Sommerfestivals

Foto: Marcelo Hernandez

Die Hamburger Kulturfabrik blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück – und auf eine vielversprechende voraus.

Hamburg.  Es läuft weiterhin glänzend für Kampnagel. Intendantin Amelie Deuflhard legte gemeinsam mit ihrer neuen Geschäftsführerin Sabine Stenzel eine Bilanz vor, die sich sehen lassen kann. In der Spielzeit 2017/18 kamen mit 180.000 Besuchern ungefähr genauso viele wie in der Saison zuvor, gleichzeitig stieg der Etat um fünf Prozent auf 10,1 Millionen Euro. Ungefähr 56 Prozent davon trägt die Kulturbehörde, der Rest wird über eingeworbene Drittmittel, Vermietungen und Ticketverkäufe erwirtschaftet.

Eine gute Ausgangslage also, um künstlerische Ideen in der kommenden Spielzeit umzusetzen. Unter dem Motto „State Of The Arts“ werden sich Kunstproduktionen, aber auch Vorträge und Themenschwerpunkte unter anderem mit den Folgen der #Metoo-Debatte auseinandersetzen. Im März werden Geschlechterrollen noch einmal ganz grundsätzlich erklärt. Bereits im Februar befasst sich ein Tanzschwerpunkt mit Produktionen von Künstlerinnen und Künstlern mit und ohne Behinderung.

Eröffnet wird die neue Spielzeit am 27. September mit „An Atypical Brain Damage“ des jungen chinesischen Theatermachers Tianzhou Chen, der sich 2017 zur Eröffnung des Festivals Theater der Welt erstmals mit seinem rauschhaften Bühnenkosmos aus bildender Kunst, Mode und Pop präsentierte. Ebenfalls vom Theater-der-Welt-Festival bekannt ist der in Hongkong lebende, weltweit gefeierte Künstler Royce NG, der ab dem 4. Oktober mit „Queen Zomia“ eine Geschichte über den südostasiatischen Schmuggel erzählt.

Tanztheater Wuppertal huldigt Pina Bausch

Freuen können sich die Hamburger erneut auf bedeutende Tanztheater-Produktionen in der großen Halle. So wird der britische Choreograf Hofesh Shechter vom 5. bis 8. Dezember sein vom Magazin „Tanz“ zum „Stück des Jahres 2018“ gekürtes Werk „Grand Finale“ zeigen. Das Tanztheater Wuppertal gastiert vom 24. bis 27. Januar 2019 mit einer der maßgeblichen Choreografien seiner 2009 gestorbenen Begründerin: „1980 – Ein Stück von Pina Bausch“.

Serge Aimé Coulibaly und Rokia Traoré laden zu ihrer neuen Produktion „Kirina“ zum Thema Flucht vom 14. bis 16. Februar. William Forsythe präsentiert vom 28. bis zum 30. März gleich mehrere neue Arbeiten unter dem Titel „A Quiet Evening Of Dance“. Und Sasha Waltz & Guests aus Berlin zeigen ihre aktuelle Produktion „Kreatur“ vom 2. bis 5. Mai 2019 in den ausgefallenen Kostümen der Modedesignerin Iris van Herpen.

Hinzu kommen viele beim Publikum bekannte und beliebte Reihen, Konzerte und Club-Formate sowie Produktionen bekannter und noch zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler, die zwischen Chile und Ruanda, aber eben auch in Hamburg, aus der hiesigen Szene heraus, entstehen.

Das ausführliche Programm finden Sie unter diesem Link.