Gruppenausstellung

20 Kreative zeigen ihre Keramikarbeiten im Kunsthaus

„Further Thoughts On Earthy Materials“

Hamburg.  Eine überdimensionale Hand mit erhobenem Zeigefinger aus ­roten Ziegelsteinen zeigt dem Besucher gleich, wo es langgeht: In „Further Thoughts on Earthy Materials“ dreht sich alles um das Material der Keramik, eine der ältesten Kulturtechniken der ­seriellen (Re-)Produktion. Sie stammt von der Künstlerin Judith Hopf, die neben 19 anderen Kreativen im Kunsthaus ihre Arbeiten präsentiert, darunter auch ein Rollkoffer, dessen Gewicht ­jedes Handgepäckfach sprengen dürfte.

Ihr britischer Kollege William Cobbing hat einfach die Cover seiner Lieblingsbücher in Keramik eingraviert und kunstvoll farbig lasiert. Nicolás Osorno baute Waffensets aus Keramik nach, die man im Internet bestellen kann – ein ­Bezug auf sein kriegsgebeuteltes Heimatland Kolumbien. „In Zeiten, in denen die Kunst sehr stark von virtuellen Realitäten beeinflusst wird, ist es gerade das Haptische, das die junge Künstlergeneration fasziniert“, sagt Kuratorin Katja Schroeder. „Der Ton lässt sich mit bloßen Händen bearbeiten und formen.“ Suse Bauer, die für die Stadthöfe das ­Innere einer Pralinenschachtel übergroß nachbildete, zeigt in der Schau Drucke ihrer Keramik-Landschaften; dabei wird der Brennprozess im Ofen durch das ­digitale Scannen ersetzt.

„Further Thoughts on Earthy Materials“ bis 25.11., Kunsthaus (U Steinstr.), Klosterwall 15, Di–So 11.00–18.00, Eintritt 5,- (ermäßigt 3,-), www.kunsthaushamburg.de