Konzerte

Mit Musik ins neue Jahr - Simon Rattle sagt bye-bye

Simon Rattle 2015 am Pult der New Yorker Carnegie Hall.

Foto: dpa

Simon Rattle 2015 am Pult der New Yorker Carnegie Hall.

Filmmusik, Abschiedsstimmung und immer wieder Walzer. Die Silvester- und Neujahrskonzerte in Berlin, Dresden und Wien kann man wie stets bei Sekt auch vor dem heimischen Fernseher genießen.

Berlin/Dresden/Wien. Kein Jahreswechsel ohne Musik: Konzerte zu Silvester und Neujahr gehören nicht nur bei großen Orchestern zum Standardrepertoire. Doch die wenigsten schaffen es ins Fernsehen. Deshalb richten sich auch dieses Mal die Blicke und Ohren nicht nur von Klassikfans auf das Geschehen in Berlin, Dresden und Wien.

Die Sächsische Staatskapelle Dresden und ihr Chefdirigent Christian Thielemann widmen sich nach mehreren Ausflügen in die Welt der Operette diesmal der Filmmusik. Zum Jubiläum 100 Jahre UFA erklingen musikalische Höhepunkte aus bekannten Werken der Filmfabrik. Dazu zählen unter anderem Melodien aus den Filmen "Die drei von der Tankstelle", "Der blaue Engel" und "Tanz auf dem Vulkan". Als Solisten wirken Angela Denoke, Elisabeth Kulman und Daniel Behle mit. Das Konzert wird am Silvestertag ab 17.30 Uhr live im ZDF übertragen. Wer in der Semperoper sitzen will, muss für Tickets zwischen 150 und 250 Euro zahlen. Die Staatskapelle verspricht "Ohrwürmer und Filmnostalgie".

Das die in den 1930er und 1940er Jahren von der UFA produzierte Filmmusik teils auch der NS-Propaganda diente, sei ihm bewusst, sagte Thielemann der Wochenzeitung "Die Zeit". Dennoch sei das Konzertprogramm richtig. "Ich kann doch kein Konzert zum Jubiläum der UFA veranstalten und alle belasteten Künstler von der Liste streichen. So gesehen wäre die einzige Alternative, kein Ufa-Konzert zu machen."

Bei den Berliner Philharmonikern dürfte zum Jahreswechsel etwas Wehmut aufkommen. Denn Sir Simon Rattle tritt zum letzten Mal als Chef der Berliner bei ihrem traditionellen Silvesterkonzert ans Pult. Stargast ist die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato, die unter anderem die Orchesterlieder von Richard Strauss aufführt. Auf dem Programm stehen auch Werke von Dvořák, Strawinsky, Bernstein und Schostakowitsch. Das Konzert wird am 31. Dezember in mehr als 230 Kinos in Europa live übertragen, ab 18.45 Uhr ist es zeitversetzt im Kulturkanal Arte zu sehen. Die Ticketpreise für einen Konzertbesuch in der Philharmonie liegen zwischen 100 und 290 Euro.

Der Publikumsrenner bleibt freilich das Konzert der Wiener Philharmoniker am Neujahrstag. Es wird in mehr als 90 Ländern ausgestrahlt - in Deutschland vom ZDF ab 11.15 Uhr - und soll über 50 Millionen TV-Zuschauer erreichen. Im Programm dreht sich natürlich fast alles um Werke aus der Strauß- Familie. Wer live im Goldenen Saal des Musikvereins in Wien dabei sein will, braucht entweder beste Beziehungen oder Losglück. Denn ein Teil der Tickets wird jedes Jahr wie in einer Lotterie schon am Jahresanfang verlost. Mit Riccardo Muti steht ein Dirigent auf dem Podium, der das Neujahrskonzert der Wiener schon vier Mal leitete, zuletzt 2004. Die Kartenpreise liegen zwischen 35 und 1090 Euro.

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