Hamburg

Künstler laden im Baakenhöft zur Hafen-Utopie

Hamburg. Eine "Recht-auf-Stadt-Bewegung, die schwimmen kann", nennt die Hamburger Performance-Gruppe geheimagentur ihr Projekt "Free Port Baakenhöft". Bis kommenden Donnerstag lädt das Künstlerkollektiv im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals in die HafenCity. Ziel der Aktion ist es, einen "Hafen für alle" zu schaffen, also einen Ort, der fernab kommerzieller Interessen großer Konzerne funktioniert, jenseits von Container-Logistik und Kreuzfahrt-Boom.

Die geheimagentur installiert unter anderem ein sogenanntes African Terminal: Ausgediente Elektro-Geräte wie TV-Apparate und Kühlschränke, zudem Haushaltswaren, Kinderspielzeug, Fahrräder sowie Möbel sollen von dort aus nach Westafrika verschifft werden. Menschen, die aus Gambia, Ghana und Nigeria nach Deutschland gekommen sind und nun in Hamburg leben, organisieren diese niedrigschwellige Handelsverbindung und hoffen auf Spenden aus der Bevölkerung. Das Gelände nahe der HafenCity Universität, das bereits während des Festivals "Theater der Welt" im Frühjahr bespielt worden war, soll so für eine Woche zu einer Hafen-Alternative heranwachsen, die Besucher täglich in Führungen erschließen können.

Zudem wartet die geheimagentur mit weiteren Aktionen und Programmpunkten auf, etwa mit einer Schiffsbegrüßungsanlage der besonderen Art. Und die Gruppe lässt utopische, schwimmende Objekte zu Wasser – das Auge schwimmt schließlich mit.

"Free Port Baakenhöft" bis Do 24.8.,
tägl. Programm, Baakenhöft (U HafenCity Universität), Eintritt frei; www.kampnagel.de

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