Hamburg/Berlin

Flüchtlingsreporter des Abendblatts ausgezeichnet

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Sie gehören zu den Journalisten des Jahres 2015

Hamburg/Berlin. Sie stammen aus Afghanistan, Eritrea, aus dem Irak und Syrien. Erst vor kurzer Zeit sind sie nach Deutschland gekommen. Im Gepäck nicht mehr als ein bisschen Kleidung und den Wunsch, in ihrer neuen Heimat Hamburg ein neues Leben anzufangen. Besonders vor diesem Hintergrund war der gestrige Abend eine ganz besonders große Ehre: Die Flüchtlingsreporter des Hamburger Abendblatts gehören zu den Journalisten des Jahres, die das „Medium Magazin“ in Berlin auszeichnete. In der Kategorie „Team“ belegen die Flüchtlingsreporter hinter netzpolitik.org und dem Reporterteam des „Spiegel“, das den Fußball-Skandal in Deutschland aufgedeckt hatte, den dritten Platz.

Seit dem vergangenen Sommer haben Berj Bagdee Sar (Syrien), Sahar Raza, Mohammad Shoaib Rezayi (Afghanistan), Mays Albeer (Irak) und Michael Mengsteab (Eritrea) mit Unterstützung der Redakteure Juliane Kmieciak und Sven Kummereincke im Hamburger Abendblatt über die Themen geschrieben, die sie bewegen.

Sie interviewten gemeinsam Bürgermeister Olaf Scholz zum Thema Flüchtlingspolitik, verfassten Leitartikel und Kommentare zum Thema Olympia und Integration und berichteten aus ihrem Alltag, etwa, wie sie in Hamburg das Fahrradfahren lernten und nach etlichen Hürden eine eigene Wohnung fanden. Die Jury sagte zur Leistung des Flüchtlingsreporter-Teams: „Mit ihren Beiträgen liefert das Team den Lesern und auch der Redaktion einen anderen Blick auf die Flüchtlingskrise. Mithilfe der Flüchtlingsreporter gelingt eine ( journalistische) Integration im Kleinen.“

Sahar Raza und Michael Meng­steab nahmen die Auszeichnung auf der Bühne stellvertretend für das Team entgegen. „Ich bin sehr stolz“, sagte Sahar Raza. „Wenn mir das vor einem Jahr jemand erzählt hätte, hätte ich das nicht geglaubt. Die Freude ist riesig.“

Die Fahrt nach Berlin nutzen sie und die anderen Flüchtlingsreporter auch für eine kurze Stadtbesichtigung – für alle war es der erste Besuch in der Hauptstadt und auch deswegen eine ganz besonderer Tag.

Bei der festlichen Preisverleihung im Deutschen Historischen Museum in Berlin wurde außerdem Anja Reschke, Leiterin der Innenpolitik beim NDR Fernsehen, zur Journalistin des Jahres gewählt. Weitere Preisträger waren u.a. Klaus Brinkbäumer („Der Spiegel“), der Autor Navid Kermani sowie Oliver Welke für die „heute-show“ im ZDF. Auch die Reporter Christoph Reuter („Der Spiegel“) und Ulrich Wolf von der „Sächsische Zeitung“ erhielten in Berlin Auszeichnungen

( HA )