Berlin

Golineh Atai erhält Peter-Scholl-Latour-Preis

Die ARD-Korrespondentin wurde für einen Beitrag über die Ukraine ausgezeichnet

Berlin. Die ARD-Korrespondentin Golineh Atai hat den erstmals vergebenen Peter-Scholl-Latour-Preis erhalten. Die WDR-Journalistin wurde für ihren „Weltspiegel“-Beitrag „Ukraine: Quo vadis?“ ausgezeichnet. Der Preis wird für Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben.

„Eine Ausnahme-Journalistin wie Golineh Atai, die Missstände aufdeckt und klar die politischen Umstände benennt, verdient unser aller Respekt und Anerkennung“, erklärte der Preisstifter und frühere ARD-Journalist Ulrich Wickert bei der Preisverleihung in Berlin. In Atais Beitrag geht es um eine Frau, die während einer von Separatisten organisierten Militärparade an den Pranger gestellt wurde und als parteilose Abgeordnete für das Parlament kandidierte. Wickert würdigte auch den Namensgeber der Auszeichnung, den vor einem Jahr gestorbenen Journalisten und Publizisten Peter Scholl-Latour. Mit ihm sei ein Welterklärer verloren gegangen, der heute dringender als je zuvor gebraucht werde.

Auch in drei weiteren Kategorien wurden die Preise der Ulrich-Wickert-Stiftung vergeben, die mit jeweils 6000 Euro dotiert sind. Der Preis würdigt Medienbeiträge, die sich besonders für Kinder- und Mädchenrechte in Entwicklungsländern einsetzen. Nicola Albrecht dokumentierte für die ZDF-Sendung „Mona Lisa“, wie verbreitet die Webcam-Prostitution auf der Insel Cebu ist und wurde in der Kategorie „Deutschland/Österreich“ ausgezeichnet. Mit dem Preis „International“ wurde Sigfredo Ramírez aus El Salvador geehrt. Er schildert in seinem Artikel „Das Land der Waisen“, wie die Gewalt in seiner Heimat den Kindern jegliche Perspektive nimmt. Der Sonderpreis für das Engagement von Kindern und Jugendlichen ging an das Radioprojekt „Die Welt der Jungen und Mädchen“ in Peru.