Udo Kier über Kunst und Sucht

Udo Kier kennt man als Schauspieler. Doch jetzt kommt er nicht in einem Drama oder einem Horrorfilm ins Kino. Er ist als Kunstbesessener zu sehen, als „Arteholic“, so auch der Titel der Dokumentation von Hermann Vaske. Kier trifft darin Künstler, Filmemacher und Kuratoren in Frankfurt, Bonn, Berlin, Köln, Kopenhagen und Paris. Er streift mit ihnen durch Ateliers, Cafés und Museen, betrachtet Kunstwerke, sinniert und erzählt. Es ist die unterhaltsame, häufig auch abgedrehte und egozentrische Kunstbetrachtung eines Mannes, der viele Geschichten auf Lager hat und sie auch gerne teilt.

„Mit Kunst zu leben, ist ein schönes Gefühl“, sagt Kier im Film. „Vor allem ist es eine Sucht, die ist teurer als Kokain, aber es ist eine angenehme Sucht, ich bleibe gesund dabei.“ So tief ist seine Liebe, dass er echt neidisch wird. Er ist vor allem auf Maler eifersüchtig, die immer und überall arbeiten können, ohne technische Requisiten wie Kamera, Licht und Ton. „Wenn du Künstler bist, findest du immer einen Stift.“

+++-- „Arteholic“ D 2014, 85 Min., o.A., R: Hermann Vaske, D: Udo Kier, Rosemarie Trockel, Lars von Trier, Abaton am Sa/So/Mi; www.arteholic.de