„Schoßgebete“ jetzt auch auf der Leinwand

Als Charlotte Roche vor drei Jahren ihr zweites Buch „Schoßgebete“ veröffentlichte, war das eine große Überraschung. Zwar ging es auch in diesem Roman wieder um viel Sex, im Mittelpunkt aber stand ihre ganz persönliche Geschichte: Der Tod ihrer drei Brüder, die 2001 bei einem Autounfall auf dem Weg zu Roches geplanter Hochzeit ums Leben kamen.

Dieser Unfall bestimmt auch die Filmversion der Geschichte, die „Sommermärchen“-Regisseur Sönke Wortmann jetzt ins Kino bringt. Es ist die Geschichte einer schwer traumatisierten Frau. Elizabeths (Lavinia Wilson) Leben gerät aus den Fugen, als ihre Geschwister bei einem Autounfall ums Leben kommen und ihre Mutter schwer verletzt wird. Seitdem ist sie in erster Linie damit beschäftigt, über ihr Testament nachzudenken.

Dass in Elizabeth viel von ihr selbst steckt, daraus hat Autorin Roche keinen Hehl gemacht. Im Film, an dem sie selbst gar nicht mitgearbeitet hat, bekommt diese persönliche Ebene aber noch einmal eine neue Dimension: Hauptdarstellerin Lavinia Wilson lehnt ihre Figur der Elizabeth sehr nah an Roche an. Der charakteristische Singsang der hohen, manchmal fast kindlich klingenden Stimme, die Frisur – vieles erinnert an Roche.

Und so sind die Filmszenen, in denen sie über die Tragödie spricht, die ihre Familie zerstörte und beinahe ihre Seele zerriss, die stärksten in der Leinwand-Version des Stoffes, die ansonsten in Rückblenden vor allem den Unfall ins Zentrum stellt.

+++-- „Schoßgebete“ D 2013, 93 Min., ab 16, R: Sönke Wortmann, D: Lavinia Wilson, J. Vogel, täglich: Cinemaxx Dammtor, Harburg, Wandsbek, UCI Mundsburg, Othmarschen, Wandsbek; schossgebete-film.de