Rheinland-Pfalz sieht Chancen für einen Jugendkanal

Mainz. Der Jugendkanal von ARD und ZDF hat nach Einschätzung aus Rheinland-Pfalz trotz der Bedenken einiger Länder eine Chance auf Sendung. „Wir sind verhalten optimistisch, dass das Jugendangebot kommen wird“, sagte Staatskanzleichefin Jacqueline Kraege der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. „Es geht darum, so etwas wie ein Experimentierfeld, ein Labor zu haben, wie das Fernsehen der Zukunft aussieht.“ Rheinland-Pfalz koordiniert die Medienpolitik der Länder.

ARD und ZDF planen ein Angebot für 14- bis 29-Jährige in Fernsehen, Radio und Internet. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten ihre Entscheidung im März vertagt, weil es intern noch Gesprächsbedarf gibt. Nun wollen die Ministerpräsidenten im Oktober erneut entscheiden. Bedenken hatten bisher die unionsgeführten Länder Bayern, Hessen und Sachsen – auch wegen der geplanten Kosten. Bisher waren 45 Millionen Euro pro Jahr für das neue Angebot vorgesehen. „Aus meiner Sicht ist die Finanzierung mit 45 Millionen Euro geklärt“, sagte Kraege.

Die Staatskanzleichefin bekräftigte das Ziel der Länder, die zeitliche Begrenzung für die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Mediatheken im Internet aufzuheben. „Die Sieben-Tage-Regelung muss kritisch darauf geprüft werden, ob sie noch zeitgemäß ist“, sagte Kraege. „In Zukunft wird es ein Nebeneinander von Fernsehen und Online geben. Online wird immer wichtiger.“

Wer eine Sendung verpasst hat, kann sie in den Mediatheken von ARD und ZDF finden – meist bis zu sieben Tage. Länger möglich ist es nach einem Genehmigungsverfahren. „Wir müssen die öffentlich-rechtlichen Kanäle zeitgemäß aufstellen, aber zugleich die Bedenken der Privaten und der Produzenten ernst nehmen“, sagte die Staatskanzleichefin. Wenn die Frist fallen sollte, würde nach ihrer Ansicht aber auch nicht alles unbegrenzt im Netz stehen – zum Beispiel wegen des Urheberrechts oder der Aktualität.