Zwei Kinder und ein schreckliches Geheimnis

Das dunkle Meisterwerk „Let Me In“ erzählt von einer Liebe unter Außenseitern

Zwischen zerfetzten Schlagadern und herzzerreißender Romantik: Zum Abschluss seiner Fantasyreihe im Montagskino zeigt das ZDF das dunkle Meisterwerk „Let Me In“. Sogar Schock-Autor Stephen King lobte diese Regie-Arbeit von Matt Reeves als den „besten amerikanischen Horrorfilm der letzten 20 Jahre“.

Ein trostloses Kaff in New Mexico, im Jahr 1983: Der kleine Owen ist schmächtig, schüchtern und ein Mobbing-Opfer an seiner Schule. Seine Eltern wollen sich scheiden lassen. Die alkoholkranke Mutter taucht immer nur schemenhaft auf, der Vater sogar nur kurz am Telefon.

Doch dann ändert sich alles. Ein geheimnisvoller älterer Mann zieht in der Nachbarwohnung ein, mit ihm ein kleines Mädchen. Owen schöpft Hoffnung. Noch ein Scheidungskind in der Nachbarschaft, vielleicht jemand, der ihn versteht. Abby ist zwölf, genau so alt wie er. Doch das blonde Mädchen zeigt sich abwehrend: „Nur damit du's weißt: Wir können nicht befreundet sein.“ Owen ist verwirrt. Warum ist sie so garstig? Warum läuft sie im Schnee immer barfuß? Warum riecht sie so seltsam? Und warum sieht er diese Abby tagsüber nie in der Schule?

In dem kleinen Ort beginnt eine unheimliche Mordserie. Bald wird aus Zuschauersicht klar: Der alte Mann massakriert in den Nächten arglose Kleinstädter, um deren Blut an das kleine Mädchen weiterzugeben. Für Owen spielen sich die albtraumhaften Erlebnisse mit seinen Quälern in der Schule dagegen am Tage ab. Erst nach Sonnenuntergang hellt sich seine Welt auf, wenn er das neue Nachbarsmädchen treffen kann. Immer enger wird ihre Bindung, bis der alte Mann schließlich bei einem Mordversuch erwischt wird und nun Owen in eine Spirale von Gewalt hineingerät. Die Schlinge um Abbys Hals zieht sich immer enger zu. Gibt es eine Zukunft für die zwei? Und: Ist sie das absolut Böse? Zartbesaitete seien gewarnt: Dieser Film hat extrem brutale Szenen.

Kritiker und Kinofans waren sich beim Filmstart im Jahr 2010 weitgehend einig, dass „Let Me In“ ein Geniestreich ist – zumindest wenn man einen Schönheitsfehler ignoriert: Es ist nämlich ein penibel nachgedrehtes Remake des schwedischen Horrorfilms „So finster die Nacht“ von 2008.

„Let Me In“ Mo 4.8., 22.15 Uhr, ZDF