Mal wieder die Welt retten

Tom Cruise kämpft in dem Thriller „Edge of Tomorrow“

Vorbei sind die Zeiten, in denen Aliens ihre Invasion noch auf ein Land oder einen Kontinent beschränkten, heute muss es schon die ganze Welt sein. Vorbei auch die Zeiten, in denen sich ein schneidiger US-General allein mit Panzer und Atomraketen gegen einen Angreifer aus dem All positionieren musste. Wenn heutzutage mutierte Echsen, monströse Transformers oder hyperaktive Aliens über die Erde herfallen, lassen sie die ums Überleben kämpfenden Menschen sehr klein und verletzlich aussehen. So auch in dem Endzeit-Thriller „Edge of Tomorrow“.

Selbst Tom Cruise, der die Welt schon viele Male vor dem Untergang gerettet hat, macht im Kampf gegen diese Übermacht keine sonderlich gute Figur. Als Werbefachmann William Cage findet er sich unvermittelt und ohne jede Kampferfahrung an der Front wieder. Damit der Star dem Film ein bisschen länger erhalten bleibt, gewährt ihm das Drehbuch ein Trainingscamp der besonderen Art: Nachdem Cage zufällig einen Alpha-Außerirdischen vernichtet hat, kann auch er von der besonderen Fähigkeit des Gegners profitieren und jeden Tod für einen Neuanfang nutzen. Der uralte Traum des Menschen, es im zweiten Anlauf besser zu machen, wird zur einzigen Überlebenschance im Kampf gegen einen hyperintelligenten Organismus, der jede menschliche Strategie überlistet.

Regisseur Doug Liman ist dabei ein subversiver Besetzungscoup gelungen: Tom Cruise scheint zum ersten Mal einen Hauch von Ironie zuzulassen. Und Emily Blunt würzt ihren ersten Auftritt als wehrhafte Action-Amazone mit britisch respektloser Screwball-Schlagfertigkeit.

+++-- „Edge of Tomorrow“ USA 2014, 113 Min., ab 12 J., R: Doug Liman, D: Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, täglich in den Cinemaxx- und UCI-Kinos (auch 3-D), Savoy (3-D, OF)