Bundesregierung warnt vor Aus für Filmförderung

Karlsruhe. Die deutsche Filmförderung steht derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht auf dem Prüfstand. Das Gericht verhandelt darüber, ob die Filmförderungsanstalt (FFA) gegen die Verfassung verstößt. Sollte das Gericht die Filmförderung in seiner jetzigen Form kippen, fürchten Bundesregierung und Produzenten das Aus des deutschen Films. Geklagt haben die Betreiber von Großkinos. Sie halten die Filmförderung in ihrer jetzigen Form für entbehrlich und wehren sich dagegen, dass sie mit Fernsehanstalten und DVD-Verleihern die FFA finanzieren müssen. „Die Filmförderung muss komplett anders ausgestaltet werden“, erklärten die Kläger. Wenn die Gesellschaft kulturell wichtige Filme fördern wolle, solle sie dies mithilfe von Steuern machen. Die meisten der von der FFA finanzierten Filme hätten keinen Erfolg. Kinobetreiber jedoch führten Wirtschaftsunternehmen.

Günter Winands, Abteilungsleiter von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, hielt dagegen, der deutsche Film sei ein Kulturgut, das wirtschaftlich und kulturell aus Deutschland nicht wegzudenken sei. Nur mit einer Förderung hätten Filmemacher genügend Spielraum, und Deutschland sei auch für internationale Co-Produktionen interessant. „Die Filmförderung hat den deutschen Film erst dahin gebracht, wo er heute ist“, sagte Produzent und Macher der „Schimanski“-Filme Georg Feil.

Die Richter ließen Sympathie für die Filmförderung sowie den Willen erkennen, diese beizubehalten. Es sei doch Teil der Förderung, dass man Filme mitfinanziere, von denen man nicht wisse, ob sie erfolgreich seien, sagte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle. „Wir brauchen den deutschen Film“, sagte auch die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben. Ohne Filmförderung leide die Vielfalt. Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg sind nach Angaben der Kläger die 20 meistgesehenen Filme im Jahr. Davon seien drei bis vier deutsche Produktionen. Ein Urteil ist in mehreren Monaten zu erwarten.