Kinostart: 5. September

Der Fall Wilhelm Reich: Sexforscher – romantisch verklärt

Der Film „Der Fall Wilhelm Reich“, in dem Klaus Maria Brandauer den Forscher spielt, will der schillernden Persönlichkeit auf den Grund gehen.

Verrückter Sex-Doktor oder verfolgter Vordenker alternativer Heilmethoden? Der österreichische Wissenschaftler Wilhelm Reich (1897-1957) beeinflusste mit seinen Ideen wie Orgon-Therapie oder Orgasmus-Forschung in den 60er- und 70er-Jahren eine ganze Generation. Seine Abhandlungen über „Die Funktion des Orgasmus“ oder zur „Massenpsychologie des Faschismus“ fehlten in kaum einer Studenten-WG. Heute fallen seine späteren Energie-Theorien vor allem in der Esoterik-Szene auf fruchtbaren Boden.

Der Film „Der Fall Wilhelm Reich“, in dem Klaus Maria Brandauer den Forscher spielt, will der schillernden Persönlichkeit auf den Grund gehen. Statt differenzierter Annäherung an eine schwierige Biografie setzt Macher Antonin Svoboda eher auf romantisch verklärte Schwarz-Weiß-Malerei in schönen Bildern. Neben Brandauer sind Julia Jentsch als seine Tochter und Birgit Minichmayr als spionierende Mitarbeiterin zu sehen. Weil alle Englisch sprechen müssen, wirkt der Film konstruiert und geht kaum nahe.

Bewertung: belanglos

„Der Fall Wilhelm Reich“ Österreich, 110 Min., o.A., R: Antonin Svoboda, D: Klaus Maria Brandauer, Julia Jentsch, Birgit Minichmayer, täglich im Abaton, Koralle u. Zeise; www.reich-derfilm.de

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