„21 & Over“ bleibt der spätpubertierenden Erfolgsformel treu

Zwei Männer gehen frühmorgens splitternackt über den Unicampus. Am Hintern ist ein Brandmal, am Genital baumelt eine Socke. Die US-Komödie „21 & Over“ gibt in Rückblenden Antwort, wie es zu dieser absurden Filmszene kam. Die Regiedebütanten Jon Lucas und Scott Moore folgen dem Grundmuster der „Hangover“-Reihe, für dessen ersten Teil sie das Drehbuch schrieben: Im Vollsuff lassen Männer es krachen und verlieren die Kontrolle. Diese simple Erfolgsformel geht diesmal nicht auf: In den USA hagelte es negative Kritiken, an der Kinokasse blieb das Einspielergebnis mau.

Waren es in „Hangover“ noch Männer in den Dreißigern, so zielt das neue Werk mit Filmfiguren Anfang 20 auf ein jüngeres Publikum. Schauplatz ist ein Campus, der sich nachts in eine Partymeile verwandelt. Student Jeff (Justin Chon) büffelt für eine Aufnahmeprüfung. Doch plötzlich stehen zwei alte Schulfreunde vor der Tür, die mit Jeff dessen 21. Geburtstag nach Mitternacht feiern wollen. Das gehe nicht, murrt Jeff – der Aufnahmetest sei wichtig. „Nur ein einziges Bier“, entgegnet Kumpel Miller und ergänzt: „Oder zwei.“ Es wird deutlich mehr ...

Mit welchem rhetorischen Werkzeug lassen sich Witze am besten vermitteln – mit dem subtilen Pinsel oder dem handfesten Baseballschläger? Wer sich für Schläger entscheidet, könnte bei „21 & Over“ lachen.

++--- „21 & over“ USA 2013, 93 Min., ab 12 J., R: Jon Lucas und Scott Glenn, D: Miles Teller, Skylar Astin, Justin Chon, täglich im Cinemaxx Dammtor, UCI Othmarschen/Wandsbek; www.falcom.ch/21-over