Neue Ideen gesucht

Besucher des Hamburgmuseums werden in einer Ausstellung über ihr Bild von der Stadt befragt

Hamburg. „Wohin mit der Stadt?“ heißt die neue Ausstellung im Hamburgmuseum, die vielleicht besser „Wohin geht das Museum?“ heißen sollte. Denn mit dieser Schau macht das Museum sich und seine Zukunft zum Thema. Da das Haus am Holstenwall etwa 100 Jahre nach seiner Gründung dringend eines Neustarts bedarf, sucht es nun den Dialog mit seinen Besuchern.

Gewissermaßen als Gesprächsgrundlage breitet die Ausstellung Schlüsselobjekte aus der Hamburger Geschichte aus, die sich mit einzelnen Epochen und übergreifenden Themen verbinden. Dazu zählt zum Beispiel das berühmte Architekturmodell des Salomonischen Tempels, über dessen Stellenwert in einer künftigen Präsentation sich die Besucher auf verschiedene Weise äußern können. Die simpelste Variante der Abstimmung über die Relevanz bieten farbige Chips mit der Aufschrift „Das ist Hamburg!“ (blau) oder „Das kann Hamburg vergessen!“ (rot), die die Besucher vor den jeweiligen Objekten in Glaszylinder werfen können. Der aktuelle Stand der Abstimmung wird täglich auf Facebook dokumentiert.

Überhaupt sollen die sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen. So können die Besucher ihre Anregungen und Kritiken nicht nur innerhalb der Ausstellung an die Wände schreiben, sondern sich auch an dem Blog wohinmitderstadt.de beteiligen und etwa ihre liebsten Orte in der Stadt beschreiben. Den inhaltlichen Rahmen steckt die Ausstellung mit den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Stadtraum sowie Kultur ab. Sechs Kabinette zeigen darüber hinaus die Möglichkeiten des Museums auf – als Wissensspeicher, Ort der Forschung, Schatzkammer, Lernort, Gedächtnisort und als Diskussionsforum. Zum Abschluss der Ausstellung soll ein Magazin mit den Ideen und Anregungen der Besucher veröffentlicht werden.

Wie konstruktiv, praktikabel und realisierbar diese Ergebnisse dann sein werden, steht natürlich in den Sternen. Aber klar ist auch, dass die Ausstellung mit ihrem Aufruf zum Mitdenken Erwartungen weckt, denen das in die Jahre gekommene Museum anschließend Rechnung tragen muss. So darf man gespannt sein, wie sich das Hamburgmuseum in nächster Zeit erneuern wird.

Wohin mit der Stadt? Holstenwall 24, bis 30.6., Di–Sa 10.00–17.00, So 10.00–18.00