Auf den Spuren von Oasis

Der japanische Rockmusiker Illion spielt diesen Dienstag an geschichtsträchtigem Ort, dem Indra

Indra. Mit der Band Radwhimps ist Yojiro Noda in seiner Heimat überaus erfolgreich. Das Quartett gilt als die beste Alternative-Rockband in Japan. Doch nun hat es den Sänger und Multiinstrumentalisten nach Großbritannien gezogen, dorthin, wo seine Idole Oasis zu Hause sind. Die Band der Brüder Gallagher gibt es zwar nicht mehr, aber London und Manchester waren Traumorte für den Rockmusiker aus Asien. In England hat Noda jetzt eine Platte in Eigenregie aufgenommen, die er unter seinem neuen Künstlernamen Illion veröffentlicht. "Ubu" hat er die Platte genannt, nach jener Theaterfigur, die der französische Dramatiker Alfred Jarry ersonnen hat. Sein Stück "König Ubu" zählt zu den Vorläufern des absurden Theaters. Die Orientierung nach Europa ließ sich auch schon an einem Album der Radwhimps ablesen: Sie nannten es "Dada" nach der künstlerischen Bewegung, die 1916 von Hugo Ball und anderen gegründet worden ist.

In Deutschland wird "Ubu" bei Warner Music erscheinen. Die Hamburger Firma hat ihren Künstler aus Fernost deshalb an diesem Dienstag zu einem Konzert nach Hamburg eingeladen, dem einzigen in Deutschland. Auftreten wird Illion an einem geschichtsträchtigen Ort, dem Indra. Dort haben vor 50 Jahren die Beatles gespielt, doch zwischen dem artifiziellen und verschnörkelten Pop von Illion und den Fab Four gibt es nur wenig Querverbindungen. Die englische Musikpresse fand bei ihrer Suche nach Vergleichen sehr schnell die passende Schublade: als "den Thom Yorke Japans" bezeichnete sie Illion.

Illion Di 19.3., 21.00, Indra (S Reeperbahn), Große Freiheit 64; Karten 20,50

( (oeh) )