Frühlingsfest der Folk- und Popmusik

Mit dem Hanse Song Festival bringt das Hamburger Label Tapete Records Acts wie Pohlmann, Tim Neuhaus und Hellsongs nach Stade

Stade. Die Hamburger Plattenfirma Tapete Records nimmt die popmusikalische Aufklärung im norddeutschen Raum durchaus ernst. Nicht nur, dass das Label mittlerweile in Hannover das sommerliche Open Air mit dem illustren Namen BootBooHook etabliert hat. Bereits zum zweiten Mal richtet das Team von der Bahrenfelder Stahltwiete im Frühjahr das Hanse Song Festival aus und bespielt zu diesem Zweck fünf Locations im niedersächsischen Stade. Der Schwedenspeicher, ein barocker Backsteinbau aus dem 17. Jahrhundert, wird am 9. März für eine Konzertnacht ebenso zur Beschallung genutzt wie der historische Königsmarcksaal.

Von Hamburg aus ist die Reise die Elbe flussabwärts nur eine kurze. Und so hat es auch der Headliner des Festivals nicht weit. Schanzenbarde Ingo Pohlmann erklärt in seinen Gitarrenpopsongs unter anderem das Wesen seiner Kunst: "Musik macht, dass es doppelt so wehtut / Musik macht, dass es nicht mehr so schmerzt." Auch die schwedische Gruppe Hellsongs befasst sich auf eigensinnige und höchst hörbare Weise mit dem Metier. Bekannt geworden ist das Trio aus Göteborg für seine federleichten Interpretationen von Heavy-Metal-Klassikern wie Alice Coopers "School's Out" oder Van Halens "Jump". Und aus seiner Heimatstadt bringen die drei direkt noch Multiinstrumentalist Martin Henrik Hasselgren mit, der als Boy Omega vielschichtige Popsongs produziert.

Unter den gut ein Dutzend Acts, die in Stade die Bühnen entern, ist viel Gitarrensound zu hören, der das Herz weit und mitunter auch ein wenig schwer macht. So etwa von dem schwedischen Singer-Songwriter Kristofer Åström oder von Tim Neuhaus, der sein feinsinniges Gespür für Pop und Melancholie bereits in Kooperationen mit Clueso und Gisbert zu Knyphausen eingebracht hat. Während Caroline Keating aus Kanada am Piano sanftere Töne anschlägt, wird die Hamburger Selbstverausgabungssängerin Cäthe live erneut zeigen, was für ein alles verschlingendes Tier die Rockmusik sein kann. Spannend dürfte auch der Auftritt von Die Höchste Eisenbahn werden, jenem neuen Projekt von Francesco Wilking und Moritz Krämer, die die wichtigen Nichtigkeiten des Lebens in schlichten, schönen Melodien verhandeln.

Hanse Song Festival Sa 9.3., Stade, Infos und Tickets zu 35,- unter www.tapeterecords.de