Trauer um die Kulturvermittlerin Erika Werner

Hamburg. Nach langer schwerer Krankheit ist Erika Werner am 28. Januar im Alter von 75 Jahren gestorben. In der hiesigen Literaturszene war die langjährige Programmmacherin der Zentralbibliothek eine hoch geachtete Persönlichkeit. Für die Bücherhallen hatte sie 38 Jahre als Bibliothekarin gearbeitet und in den 1990er-Jahren eine viel beachtete Veranstaltungsreihe organisiert. Trotz geringer Mittel gewann sie dafür bedeutende Schriftsteller, holte aber auch weniger bekannte Autoren nach Hamburg, die sich später oft durchsetzen konnten. Nach dem Eintritt in den Ruhestand gründete sie 2006 den Verein S.T.I.L. e.V., für den sie ein eigenes und sehr originelles Veranstaltungsformat entwickelte. Die Abkürzung steht für Sprache, Text, Interpretation und Literatur. An wechselnden Orten lud Erika Werner mindestens einmal im Monat zu literarisch-musikalischen Abenden ein, die sie selbst moderierte und für die sie Texte auswählte, die oft von Schauspielern, manchmal aber auch von den Autoren selbst gelesen wurden.