Mozart als gebeutelter Superstar

Hamburg. Hätte die Regisseurin Nina Kupczyk ihrer bemerkenswert dicht gearbeiteten Theaterfantasie über Mozart im Zeitalter der Castingshows denselben Titel gegeben wie bei der Uraufführung vor zwei Wochen in Frankfurt, nämlich "Amadeus Superstar" - dann wäre die Hamburger Premiere von "UrMozart@Amadeus_TOTAL.Kind.de" am Mittwoch im Monsun Theater gewiss ausverkauft gewesen. So blieben viele Plätze leer, was sich bei den verbleibenden Vorstellungen (bis 1.12., jew. 20 Uhr) wahrscheinlich ändern wird. Denn Kupczyk belädt ihre Vision zwar mit viel teilweise auf Anhieb schwer verdaulichem Text und fordert ihren sechs Akteuren kräftezehrendes Spiel ab. Aber die Intensität ihres Denkens und des Geschehens auf der Bühne nötigt gleichermaßen Respekt ab und gibt dem eigenen Nachdenken gute Nahrung.

Reichlich Metaebene steckt in dem Stück, das das geniale Kind in drei Verkörperungen zeigt, dazu den zwischen Zuchtmeister und Sohnesvergötterer oszillierenden Vater Leopold, die seelenwunde Schwester Nannerl und, als teuflischer Medien-Zampano agierend, den Kirchenmann und Impresario Colloredo. Hingehen, lohnt sich.