Haushalt

Grüne warnen vor massiven Kürzungen im Kulturbereich

Haushaltsexpertin Anja Hajduk schlägt Alarm wie kulturpolitische Sprecherin Christa Goetsch. Sie sieht "Bedrohung nie gekannten Ausmaßes".

Hamburg. Die Grünen in der Hamburger Bürgerschaft haben vor drohenden Einschnitten im Kulturbereich gewarnt. „Es ist nicht nur die Spitze gefährdet, sondern auch die Breite“, sagte die kulturpolitische Sprecherin Christa Goetsch am Dienstag in Hamburg.

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Nach den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst müssen die Theater und Museen ihren Angestellten mehr Lohn und Gehalt zahlen. Nur einen Teil davon trägt die Kulturbehörde. Lediglich für das Schauspielhaus werden die Tariferhöhungen voll übernommen. Die neue Intendantin Karin Beier habe klug verhandelt, sagte Goetsch. Dagegen fehlten der Staatsoper 646 000 Euro jährlich, die Bücherhallen müssten 500 000 Euro jährlich einsparen.

„Das ist eine Bedrohung nie gekannten Ausmaßes“, sagte Haushaltsexpertin Anja Hajduk. Ballett-Intendant John Neumeier habe in einem bereits davor gewarnt, dass die Qualität seiner weltberühmten Compagnie gefährdet sei. Insgesamt seien bei der Oper und beim Ballett 50 Mitarbeiter betroffen, bei den Bücherhallen müssten 36 Stellen eingespart werden.

Auch bei der Kinder- und Jugendkultur gebe es eine „dramatische Situation“: So gehe in den nächsten Jahren die private Förderung von 750 000 Euro auf 400 000 Euro zurück, so dass 19 Projekte wie die viel gelobte HipHop-Academy oder das Kindermuseum in Hamburg-Osdorf gefährdet seien.

Angesichts dieser angespannten Lage fordern die Grünen, 100 Prozent und nicht wie geplant nur 50 Prozent der geplanten Kulturtaxe für die Kultur zu verwenden. „Wenn die Kultur weiterhin Strahlkraft haben soll, wäre man gut beraten, die Kulturtaxe insgesamt in diesen Bereich zu geben“, sagte Hajduk. Nach den Plänen des SPD-Senats sollen 50 Prozent der Kulturtaxe in den Bereich Tourismus fließen. Insgesamt rechnen Experten durch die neue Kulturtaxe mit Einnahmen in Höhe von 10 Millionen Euro.