Mensch bleiben mit Dietrich Grönemeyer

Dietrich Grönemeyer, Bruder des Schauspielers und Musikers Herbert G., ist Radiologe, Inhaber des ersten weltweiten Lehrstuhls für Mikrotherapie und ein gesundheitspolitischer Querdenker. Heute ist er - neben Desiree Nosbusch, Simone Rethel, Johannes Heesters - Gast bei "Beckmann".

ABENDBLATT: Ihr Buch heißt "Mensch bleiben", was steckt hinter diesem Titel, der an die aktuelle CD Ihres Bruders erinnert?

GRÖNEMEYER: Dass dieses Wort auch bei Herbert auftaucht, liegt an unserer Liebe zum Ruhrgebiet. Jürgen von Manger war unser Idol, er prägte die Aussage: "Bleiben se Mensch."

ABENDBLATT: Gibt es ein Motto?

GRÖNEMEYER: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Und auf die Medizin bezogen: Weniger ist mehr oder micro is more - manchmal tut es eben auch das bewährte Hausmittel.

ABENDBLATT: Medizin und Glaube - wie passt das zusammen?

GRÖNEMEYER: Ich glaube an Gott. Seelsorge ist wichtiger Bestandteil der Medizin. Ein Arzt muss auch zuhören, muss Menschen in den Arm nehmen können.

ABENDBLATT: Einen Tag als Kanzler, was würden Sie ändern?

GRÖNEMEYER: Ich würde die Menschen aufrufen, inhaltlich zusammenzukommen und über die Zukunft unserer Kultur zu diskutieren. Was wir brauchen ist eine "Kulturrevolution", das heißt echte Rückbesinnung auf unsere humanistischen Grundwerte.

ABENDBLATT: Die Sendung wurde ja aufgezeichnet. Mit wem schauen Sie sich heute Abend "Beckmann" an?

GRÖNEMEYER: Vermutlich gar nicht. Ich nehme an einer Diskussionsrunde teil. Ich sitze generell wenig vor dem Fernseher, das Programm empfinde ich als überwiegend flach, wenig spannend, wenig differenziert. Auch hier müssen wir endlich wieder zu den Inhalten zurückfinden.

Interview: VANESSA STALLBAUM

  • Talkshow: Beckmann. 23.00 Uhr ARD