Übertragungsrechte: Bilder per Telefonleitung

Telekom bietet Bundesliga

Für knapp 15 Euro zusätzlich gibt es 612 Spiele der Saison 2009/2010 live und in Konferenzschaltung.

Hamburg. Die Deutsche Telekom macht dem Bezahlsender Premiere in Sachen Fußball-Bundesliga verstärkt Konkurrenz. Bereits gestern, noch vor dem Ende der laufenden Saison, begann die Vermarktung des neuen Angebots unter dem Namen "Liga total" über das hauseigene VDSL-Produkt "Entertain" der Telekom.

Der Telekommunikationskonzern hatte Ende 2008 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die vergleichsweise geringe Summe von geschätzten 25 Millionen Euro pro Spielzeit die Rechte zur Übertragung der 1. und 2. Fußballbundesliga via Internet-Protokoll (IPTV) gekauft. Premiere muss für die Pay-TV-Rechte über Satellit und Kabel sowie als Livestream über das herkömmliche Internet mehr als 200 Millionen Euro jährlich zahlen.

Nutzen können das Angebot via Internetprotokoll auf dem Fernseher nur Kunden, die auch den Telefon- und Internetanschluss bei der Deutschen Telekom besitzen. Für die 612 Bundesliga-Spiele - ohne Werbung - muss der Zuschauer in normaler Qualität 14,95 Euro bezahlen, für HD-Qualität zahlt er 19,95 Euro. Das notwendige Produkt "Entertain Comfort", eine kombinierte Telefon-, Internet und Fernseh-Pauschale, kostet 54,95 im Monat mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Dazu kommen zusätzlich 4,95 Euro im Monat für den nötigen Receiver inklusive Festplattenrekorder. Er wandelt den Datenstrom aus dem Internet für den Fernseher um.

Bei Premiere kostet das Bundesliga-Paket derzeit 19,99 Euro im Monat. Dort kommen die Bilder via Kabel oder Satellit auf den Fernseher des Zuschauers, bei der Telekom per Telefonleitung. Premiere-Sprecher Torsten Fricke wollte den Vermarktungsstart des Konkurrenten nicht kommentieren. "Wir werden alle Programme, Pakete und Preise für die Bundesligasaison 2009/2010 im Juni bekannt geben."

Für exklusive Kommentare der Spiele gründete die Deutsche Telekom die Constantin Sport Medien GmbH, die Bilder kommen - wie übrigens für alle anderen Sender genauso - von Sportcast, einer Tochter der Deutschen Fußball Liga (DFL). Bisher verkaufte die Telekom nur den journalistischen Inhalt von Premiere weiter und zahlte dafür geschätzte 20 Millionen. "Wir werden eigene Moderatoren und Kommentatoren haben", sagte ein Telekom-Sprecher - TV-Moderator Johannes B. Kerner ist dafür im Gespräch.

Die Nutzer von speziellen, videofähigen UMTS-Handys können bei T-Mobile die Spiele ebenfalls live sehen. Dieser mobile Fußballempfang soll 4,95 Euro im Monat oder 1,95 Euro pro Tag kosten. "Handys, die Mobile TV empfangen können, gibt es mit Vertrag ab einem Euro", so der Telekom-Sprecher. Premiere hingegen besitzt die Rechte für die Übertragung sogenannter Live-Streams über das herkömmliche Internet. Hier können Laptop-Besitzer mobil zuschauen.

Die Telekom wirbt, dass alle Spiele nach einer halben Stunde im TV-Archiv gespeichert werden. Interaktive Anwendungen wie Live-Ticker, Torstatistiken und der Abruf der wichtigsten Szenen sollen dazukommen.