Boogie-Woogie pur

Fabrik: Axel Zwingenberger hat wieder seine Klavierkumpels zusammengetrommelt.

Hamburg. Diese Session ist für Fans seit Jahren ein Muss. Axel Zwingenberger und Vince Weber laden wieder zur "Hamburger Boogie-Woogie-Connection" in die Fabrik ein. Entgegen der Tradition treffen sich die Pianisten nicht am 8. August, weil dann das Dach der Fabrik repariert wird. Stattdessen ist nun bereits am 1. August (21 Uhr) Boogie-Zeit. Wieder hat Gastgeber Zwingenberger seine Klavierkumpel zusammengetrommelt: Jo Bohnsack, Gottfried Böttger, Daniel Brunckhorst, Günter Henzel und aus Hannover Niels von der Leyen. Am 8. 8. 88 hat das erste legendäre Boogie-Meeting stattgefunden. "Vince und ich hatten uns das ausgedacht, weil das Klavier 88 Tasten hat und die Achtelnoten so typisch sind für den Boogie-Woogie", erzählt Zwingenberger. Er und Weber kennen sich schon seit den Siebzigern, haben in "Onkel Pö's Carnegie Hall" und auch in der Musikkneipe Sperl beim Großneumarkt erste Triumphe gefeiert. "Unser guter Geist Poldi Eidenhammer war früher der Sperl-Wirt und organisiert jetzt die Treffen." 1996, nach einem Vier-Stunden-Marathon, das vom Fernsehen gesendet wurde, war die Publikumsnachfrage so stark, dass die Connection seitdem jedes Jahr zusammenkommt. Ganz wie gewohnt fällt das Programm des Generationentreffens aus: mit dem bunten Stile-Mix und den Überraschungen der Improvisationskunst. "Wenn sich so viele verschiedene Pianisten an zwei Flügeln begegnen, freut man sich doch darauf, sich musikalisch frei zu unterhalten." Zwingenberger, derzeit als Boogie-Woogie-Botschafter Hamburgs in Portugal unterwegs, und Weber haben sich die dynamisch hämmernde Bluesform aus den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts in Amerika auf die Fahnen geschrieben, und Hamburg zu einer Hochburg für Tastenkünstler in diesem Genre gemacht. "Kommen Amerikaner nach Hamburg, sind die immer ganz erstaunt", sagt Zwingenberger. "Es gibt jungen und auch guten Nachwuchs unter den Klavierspielern." Manche springen zwar wieder ab. Trotzdem: "Durch einige bekommt diese Art der Musik außerhalb vom Mainstream eine Zukunftsper-spektive, was uns natürlich freut. Das hartnäckige Dranbleiben am Boogie-Woogie hat sich dann echt gelohnt."

  • The Hamburg Boogie-Woogie-Connection 2003 : Freitag, 1. August, 21 Uhr in der Fabrik, Barnerstraße 36 (S-Bahn Altona, Bus). Karten im VVK 15 Euro, Abendkasse 18 Euro oder unter Tel: 39 10 70