Geschwister Pfister brillieren mit Schlagerparodien

Hamburg. Schlagerrevuen sind für viele der reine Horror. Unternehmen die Geschwister Pfister jedoch einen Streifzug durch die Geschichte der Schnulze, wird die Show zum intelligenten Spaß und spöttischen Abgesang auf (wein)seliges Spießertum. In den Fliegenden Bauten geben sich Tobias Bonn als Peter Alexander und Christoph Marti als dessen Gaststar Mireille Mathieu bei "Servus Peter - Oh là là Mireille" ein musikalisches Rendezvous zum Kringeln. Sie lassen den "Pariser Tango" auf den "Weaner Hamur"-Marsch prallen, dass die Pointen knallen und die Zuschauer juchzen, so das Duo nicht ohne etliche Zugaben von der Bühne kommt.

Denn Bonn und Marti balancieren virtuos auf dem schmalen Grat zwischen perfekter Identifikation mit den Schlager-Ikonen und deren bösartiger Parodie. Ihr doppelbödiger Abend ist jeder platten Travestie-Show überlegen. Die beiden sind brillante Sänger und Schauspieler, haben ihre Idole genau studiert und geben doch mehr als nur eine Imitation: Sie entlarven deren verlogenes Image als kalkuliertes Spiel mit den Gefühlen der Fans. Und treffen den Tonfall authentisch, begleitet vom singend und schrammelnd sekundierenden Jo-Roloff-Trio. So wird der Grusel zum puren Vergnügen.

"Servus Peter - Oh là là Mireille" bis 11.12., Fliegende Bauten, Karten unter Hotline T. 881 41 18 80; www.fliegende-bauten.de