"Erotik"-Debatte

Weltbild: Geschäftsführung erwartet Verkauf erst 2013

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„Fachleute rechnen bei Unternehmen dieser Größe mit einer Prozessdauer nicht unter 18 bis 24 Monaten", sagt Weltbild-Chef Carel Halff.

Augsburg. Der Verkauf des katholischen Weltbild-Verlages wird nach Einschätzung seines Chefs Carel Halff voraussichtlich nicht vor 2013 über die Bühne gehen. „Fachleute rechnen bei Unternehmen dieser Größe mit einer Prozessdauer nicht unter 18 bis 24 Monaten“, sagte Halff der „Augsburger Allgemeinen“. „Bei einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro im Jahr geht ein Verkauf nicht so schnell“, fügte er hinzu. „Wir nehmen uns aber in die Pflicht, den Prozess kurzzuhalten.“

Die katholische Kirche hatte nach der wochenlangen Diskussion um Erotiktitel im Angebot des Verlages beschlossen, sich so schnell wie möglich vom Unternehmen trennen. Der Verlag mit seinen rund 6400 Mitarbeitern zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an Internetfirmen und den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.

Halff betonte, die Mitarbeiter hätten keinen Grund, sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze zu machen. Angaben über mögliche Investoren oder Käufer machte er nicht, betonte jedoch die Zukunftschancen des Unternehmens: „Es geht eine Ära zu Ende, aber wir sind an einem Punkt angelangt, wo man die Aufbruchstimmung nutzen muss, das Unternehmen auf einen neuen Weg zu bringen.“ Der Konzern wachs etwa beim Verkauf elektronischer Bücher stark und liege derzeit bei E-Books im Inland zwischen Amazon und Apple an zweiter Stelle.

Der Manager versicherte, dass er den Verkaufbeschluss der Kirche nachvollziehen könne: „Wir haben Verständnis für die Eigentümer, dass sich das Buchgeschäft, wie es heute betrieben wird, nicht komplett mit der Grundhaltung der Kirche in Übereinstimmung bringen lässt“, sagte Halff. Mitarbeiter und Management seien den kirchlichen Eigentümern aber dankbar, dass Weltbild in den vergangenen Jahren den eingeschlagenen Weg habe gehen dürfen.

( (dpa/abendblatt.de) )