Kinostart: 3. November

Real Steel: Roboter mit Herz: Immer auf die Zwölf

| Lesedauer: 3 Minuten
Michael Ranze

Shawn Levys US-Actionfilm "Real Steel" mit Hugh Jackman und Dakota Goyo erzählt eine packende wie liebevolle Vater-Sohn-Geschichte.

Ein Boxer, der nicht mehr boxen darf, ein Zehnjähriger, der ohne seinen Vater aufwuchs, und ein rostiger Roboter, der auf dem Schrottplatz vergessen wurde - der neue Film von Shawn Levy ("Nachts im Museum 1 + 2") präsentiert uns drei angeschlagene Helden, die sich zusammenraufen müssen, wollen sie noch einmal Erfolg haben. Die Geschichte spielt, trotz der nostalgischen 50er-Jahre-Atmosphäre, in einer nicht allzu fernen Zukunft, in einer Zeit, in der menschliche Boxer durch ferngesteuerte Metallriesen ersetzt werden. Der Grund: Den Zuschauern waren die "normalen" Faustkämpfe nicht mehr grausam genug.

Charlie Kenton (Hugh Jackman) war einmal ein großer Fighter. Doch nun tingelt er mit zusammengelöteten, verbeulten Automaten durch die Provinz und lässt sie sogar gegen Stiere antreten - Blechschäden inklusive. Damit nicht genug: Eine von Charlies Verflossenen hinterlässt ihm einen zehnjährigen Sohn, von dem er bislang gar nichts wusste: Max (Dakota Goyo). Max ist eines dieser Kids, die sich ganz hervorragend auf Computer und Videospiele verstehen. Dass sein Vater, eigentlich ein verantwortungsloser Hallodri, mit Kampfrobotern über die Lande zieht, findet der Junge große Klasse.

Und nun kommt Atom ins Spiel, ein vorsintflutlicher Sparringsroboter, den Vater und Sohn auf einem Schrottplatz finden. Mit seinen blauen Augen, dem dünnen, schlaksigen Körper und dem rostigen Teint ist er zwar nicht schön, aber liebenswerter als seine blinkenden Hightech-Rivalen. Atoms Besonderheit: Er arbeitet im sogenannten mirror mode, das heißt, er imitiert die Bewegungen seines Kontrolleurs. Und nun endlich, in der wohl schönsten Idee des Films, werden wieder Charlies boxerische Fähigkeiten gewürdigt.

Natürlich läuft das alles, wie in so vielen Boxerfilmen, auf den Kampf der Kämpfe hinaus. Atom muss gegen einen furchterregenden Moloch namens Zeus antreten, der von schlecht gelaunten Japanern gesteuert wird. Dieser Robo-Fight ist mindestens so aufregend wie einer der Klitschkos. Und das ist das Besondere an diesem Film: Er lädt, ähnlich wie die "Transformers"-Figuren, zur Identifikation mit Maschinen ein, er hat vielschichtige Charaktere, für deren Brüche wir uns interessieren, er erzählt eine packende, charmante Vater-Sohn-Geschichte, die uns mitfiebern lässt, und er präsentiert aufregende Actionszenen, die immer im Dienst der Handlung stehen, doch auch für sich genommen Spaß machen. Wie sich hier die im Computer via Motion-Capture animierten Kontrahenten eine auf die Blechbirne kloppen - einfach perfekt gemacht. Ring frei!

Bewertung: empfehlenswert

Real Steel USA 2011, 126 Minuten, ab 12 Jahren, R: Shawn Levy, D: Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly, Kevin Durand, Hope Davis, James Rebhorn, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/ Wandsbek, in den UCI-Kinowelten Mundsburg/Othmarschen-Park/Smart-City; Internet: www.real-steel.de