Inhaftierter Künstler

Verhaftung von Ai Weiwei: Merkel wendet sich an China

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Laut einem Bericht soll die Kanzlerin in einer persönlichen Botschaft an Chinas Führung die Freilassung Ai Weiweis gefordert haben.

Berlin/Peking. Wegen der Inhaftierung des Künstlers Ai Weiwei soll Bundeskanzlerin Angela Merkel Chinas Führung am vergangenen Wochenende eine persönliche Botschaft übermittelt haben. Darin habe die Kanzlerin ihre Sorge über das Schicksal des Künstlers ausgedrückt und sich für dessen Freilassung eingesetzt, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel“ am Samstag. Das Bundespresseamt wollte die Meldung auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

Seit seiner Inhaftierung vor knapp zwei Wochen hat es von Ai Weiwei kein Lebenszeichen gegeben. Zahlreiche Politiker haben seine Freilassung gefordert. In der "Bild“-Zeitung (Samstagausgabe) forderte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: "Ai Weiwei muss unverzüglich auf freien Fuß kommen.“ Die chinesische Führung müsse "endlich damit beginnen, die völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten, deren Umsetzung sie immer wieder vollmundig verspricht“.

In Berlin hielten am Samstag Menschenrechtsaktivisten von Amnesty International eine Mahnwache für den Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei am Brandenburger Tor in Berlin ab. Es soll nicht die einzige Solidaritätsbekundung für Ai Weiwei an diesem Wochenende bleiben. Am Sonntag soll in mehreren Städten weltweit vor chinesischen Botschaften und Konsulaten die Freilassung gefordert werden. (dapd)