30 Jahre Compact Disc

Kein Rauschen, kein Knistern - die Revolution der CD

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Fabian Wahl

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Abba verhalf zum Durchbruch und presste vor 30 Jahren das erste Pop-Album auf eine CD - die sich laut Experten nach 30 Jahren selbst zerstört.

Berlin. Die technische Verheißung hatte von Beginn an einen prominenten Fürsprecher. Stardirigent Herbert von Karajan setzte sich am 15. April 1981 in Salzburg vor die internationale Presse und stellte mit Vertretern von Philips und Sony die erste Compact Disc (CD) vor. Anlass waren die Salzburger Festspiele. Doch Karajans prompter Abgesang auf Langspielplatte (LP) und Musikkassette (MC) trat erst Jahre später ein. Das völlig neue Abspielmedium musste sich erst behaupten.

Ein gutes Jahr nach der Weltpremiere vor nunmehr 30 Jahren wurde das erste Pop-Album auf CD gepresst. Die schwedische Erfolgsband Abba wollte mit ihrem letzten Album der runden Scheibe zum Durchbruch verhelfen. "The Visitors“ hieß das erste CD-Album. Das passende Gerät für den neuen Tonträger mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern und einem Loch von 15 Millimetern kam erst später auf den Markt. In Windeseile tastet im CD-Player ein Laser eine sechs Kilometer lange Spur ab und verwandelt die gespeicherten Daten in Signale.

Die Errungenschaft sollte den Klang verbessern

Die Erfindung gelang Sony und Philips im Schulterschluss, doch die deutsche Industrie mischte entscheidend mit. In Langenhagen bei Hannover wurde die angeblich erste europäische CD-Fabrik eröffnet. Physiker und Ingenieure des Chemiekonzerns Bayer lieferten mit Makrolon den dazugehörigen Werkstoff. Doch die Sache hat einen Makel: Die Beschichtung zersetzt sich, glaubt man einigen Experten, nach etwa 30 Jahren von selbst.

Die Entwickler versprachen hingegen eine unvergleichbare Tonqualität. Auch der Österreicher Karajan trommelte für den guten Klang. Unangenehme Begleiterscheinungen wie Rauschen oder Knistern sollten ebenso der Vergangenheit angehören wie zerkratzte oder verstaubte Schallplatten. Allerdings ließ der Erfolg auf sich warten.

Vielen war die CD mit einem Preis von anfangs zwischen 30 und 45 Mark zu teuer, der CD-Player kostete zunächst so viel wie ein Fernseher. Der Aufbruch in das neue Musikzeitalter stockte. Nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie wurden 1983 bundesweit 900.000 Alben auf CD verkauft. Die Schallplatte schaffte es damals auf rund 77 Millionen und die Musikkassette auf 46 Millionen Stück. Erst 1990 schaffte die CD den Sprung an die Spitze, und behielt die Vormachtstellung bis heute. Silberling und CD-Player waren bis dato preiswerter geworden.

Das "kleine Runde" verliert seinen Glanz

Die CD erwies sich neben der Musik auch für andere Bereiche als nützlich und wurde zu dem Speichermedium für Computerdaten. Die Kapazität wurde von 650 Megabyte auf inzwischen bis zu 50 Gigabyte erhöht. Für Filmvergnügen sollen die Formate DVD, HD-DVD und Blu-ray-Disc sorgen.

Heute befindet sich die Musik-CD auf dem Rückzug. Unerlaubte Raubkopien und das neue Musikformat MP3, das sich unabhängig vom Datenträger speichern lässt, machen dem Medium zu schaffen. Seit 1999 ist der CD-Absatz in Deutschland um ein Viertel eingebrochen. In die Lücke sind nun Internet-Downloads gestoßen.