Das ist nicht nur ein Zwieback - er heißt Anton

Hier noch ein Geheimtipp, ist Kabarettist Klaus Eckel in Österreich längst ein Star

Winterhuder Komödie. Er hat einen Blick für die kleinen Dinge. An ihnen besingt und beweist der Kabarettist Klaus Eckel die großen Ungerechtigkeiten in der Welt und liefert dabei "österreichische Premienpointen" - so das neidlose Lob vom bayerischen Starkollegen Ottfried Fischer.

"Es gibt sieben Millionen Lieder über die Liebe, aber keins über die Raufasertapete", moniert der spitzbübische Blonde am Klavier. "Dabei hält die doch oft viel länger." Er gibt den übersehenen Dingen auch liebevoll Namen: Ein Zwieback ist nicht irgendein Zwieback, sondern gewinnt als Anton Persönlichkeit. Und Anton hat ein Imageproblem. "Weil der wird nur nach dem Kotzen genossen." An beleidigender Missachtung leidet auch das ehemalige Vorrangverkehrsschild Heinzi oder der Gratis-Schokoriegel - "als vierter zum Preis von drei". Kondom Kurt dagegen gerät in arge Not. "Sein Käufer war beim Kaufen Optimist." Nach jahrelangem Warten wird es bei plötzlichem Gebrauch vor Schreck undicht und lässt dem Leidenschaftsdruck freien Lauf.

Über derlei komische Katastrophen parliert der Tastenkabarettist Eckel in lockerem Ton und kontrapunktiert das Wort mit musikalischen Akzenten. "Alles bestens, aber ..." nennt er sein sechstes Solo-Programm und erweist sich - wie jeder Österreicher früher oder später - als geborener Pessimist und Hypochonder, der an sich und der Welt leidet. Dass Jammern unterhält, haben schon Thomas Bernhard und Georg Kreisler bewiesen. Auch eine Ösi-Spezialität, an der das Publikum Freude hat.

Klaus Eckel: Alles bestens, aber ... Mo 28.2., 19.30, Komödie Winterhuder Fährhaus (Bus /U Hudtwalckerstraße), Hudtwalckerstraße 13, Karten zu 22,-, T. 48 06 80 80; www.komoedie-hamburg.de