Verbeugung vor Telemann

Musikgeschichte kann sehr ungerecht sein. So wie im Fall von Georg Philipp Telemann. Zu Lebzeiten galt er als angesehenster Musiker überhaupt. Doch kaum hatte man im 19. Jahrhundert den Kollegen Bach wiederentdeckt und zum Maß aller Dinge erkoren, verschwand Telemann im staubigen Teil der Archive. Abgelegt im Fach mit der Aufschrift "Vielschreiber". Sein Output war auch tatsächlich beeindruckend - er hat mit rund 3600 Werken mehr als Bach und Händel zusammen komponiert. Aber Fleiß an sich ist beim Verfertigen von Partituren ja kein Makel.

Wem es gelingt, die Vorurteile zu vergessen und sich wirklich auf ihn einzulassen, für den ist Telemanns Schaffen ein wahres Füllhorn des Einfallsreichtums, der Experimentierfreude und des guten Geschmacks.

Das wäre schon Grund genug, dem Komponisten ein Konzert zu widmen. Ein weiterer: Telemann prägte das Hamburger Musikleben wie kein Zweiter. Das Barockwerk Hamburg erinnert an sein 46 Jahre währendes Wirken in der Hansestadt mit einem musikalisch-literarischen Abend und zeichnet ein vielschichtiges Porträt.

Barockwerk Hamburg Sa 19.2., 20.00, Laeiszhalle (kleiner Saal), (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Tickets zu 15,- bis 25,- unter T. 45 33 26