Münchner Kammerspiele

"Winterreise": Elfriede Jelineks macht die Bankenkrise bühnenreif

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Mit "Winterreise" feiert am Donnerstag Abend das neue Stück der Literaturnobelpreisträgerin an den Münchner Kammerspielen seine Uraufführung.

München. In den Münchner Kammerspielen wird am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr das neue Stück von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek uraufgeführt. Ihr neues Werk mit dem Titel „Winterreise“ – eine Auftragsarbeit für die Kammerspiele – orientiert sich an dem gleichnamigen Liederzyklus von Franz Schubert.

Es thematisiert neben ganz persönlichen Aspekten aus dem Leben der Autorin auch die Bankenkrise und den Skandal um die Hype Group Alpe Adria (HGAA)sowie den Fall Natascha Kampusch. Kammerspiel-Intendant Johan Simons, der „Winterreise“ inszeniert, verspricht „eine tragische Komödie“.

Zuletzt hatte Jelineks Stück „Rechnitz (Der Würgeengel)“ lautstarke Proteste und wahre Tumulte ausgelöst, als es im vergangenen Jahr in Düsseldorf zum ersten Mal mit einer zuvor gestrichenen, umstrittenen Szene auf die Bühne kam. Darin ließ Jelinek den „Kannibalen von Rotenburg“ einen vier Minuten langen Dialog mit seinem Opfer halten. Das war zu viel für das Düsseldorfer Publikum. Eine Theatermitarbeiterin wurde sogar von einem aufgebrachten Zuschauer bespuckt.