Berlin

Hitler-Ausstellung lockt 10.000 Besucher an

Sogar Wartezeiten bis zu einer Stunde nahmen die Besucher in Kauf. Die Schau thematisiert die Loyalität der Deutschen zu Hitler.

Berlin. Die neue Hitler-Ausstellung lockte an ihrem ersten Wochenende tausende Besucher ins Deutsche Historische Museum in Berlin. Vermutlich sahen bislang mehr als 10.000 Menschen die Schau „Hitler und die Deutschen“, sagte Museumssprecher Rudolf Trabold am Montag. Genau lasse sich die Besucherzahl nicht ermitteln, da nur Eintrittskarten für das gesamte Haus verkauft würden. Das seien am Wochenende mehr als 20.000 gewesen. „Es war ein sehr ordentlicher Auftakt“, sagte Trabold. Teilweise mussten Besucher am Wochenende eine Stunde warten.

Die Ausstellung hatte bereits vor ihrer Eröffnung großes Interesse erregt. Auch internationale Medien berichteten, von der „New York Times“ bis zur „International Herald Tribune“. „Die Leute lassen sich von den Medien inspirieren und kommen her“, sagte der Museumssprecher. Er freute sich auch über eine große Resonanz aus den skandinavischen Ländern. Wie viele Besucher die Ausstellung bis zum 6. Februar erreichen wird, lasse sich noch nicht abschätzen.

Die Ausstellung war am vergangenen Freitag eröffnet worden. Sie zeichnet die Beziehung zwischen „Volksgemeinschaft“ und „Führer“ nach, den Aufstieg Adolf Hitlers und die Strukturen seiner Herrschafts- und Vernichtungspolitik. Rund 600 Originalstücke und 400 Fotos sowie Plakate drehen sich um die Loyalität der Deutschen zu Hitler.

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Mit der Ausstellung „Hitler und die Deutschen“ beleuchtet das Deutsche Historische Museum in Berlin ab Freitag das Wechselverhältnis von Volk und Führer in der NS-Zeit. Mit insgesamt 600 Exponaten und 400 Fotos thematisiere die Ausstellung „die große Popularität des NS-Diktators und seine langen Schatten, die bis in die Gegenwart reichen“, teilte das Museum am Donnerstag in Berlin mit. Zu sehen sind zeitgenössische Dokumente und Bilder sowie Objekte aus dem Herrschaftsalltag und der Selbstdarstellung des NS-Regimes.

Die Ausstellung setzt sich auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern mit dem „Ineinandergreifen von organisierter Gewalt und Faszination des Nationalsozialismus in seiner Zeit“ auseinander. Thema ist zudem der Aufbau einer ganz auf die Person Adolf Hitler zugeschnittenen Diktatur und einer sich selbst mobilisierenden Gesellschaft.

Über 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieben Hitler und der Nationalsozialismus brisante Themen, so das Museum weiter. Thematisiert wird in der Ausstellung etwa die Frage, warum so viele Deutsche bereit gewesen seien, ihr Handeln auf den Führer auszurichten und somit die NS-Diktatur aktiv zu unterstützen.

Es gebe verschiedene Gründe dafür, dass eine so auf Hitler zugespitzte Ausstellung heute möglich sei, sagte Kurator Hans-Ulrich Thamer im Deutschlandradio Kultur. „Erstens ist mittlerweise die sogenannte Erlebnisgeneration nicht mehr so stark vertreten.“ Die nachfolgenden „Erinnerungsgenerationen“ gingen mit dem Thema anders um.

Ferner habe die Geschichtswissenschaft „eine etwas differenziertere Umgangsweise“ damit entwickelt, sagte der Münsteraner Historiker weiter. Auch die Formen der Trivialisierung und Ironisierung in der öffentlichen Wahrnehmung erleichterten es, mit diesem „Großtäter“ heute differenzierter umzugehen. Es bleibe aber schwierig, die öffentliche Wahrnehmung der Präsentation vorher einzuschätzen.

Die Ausstellung im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums ist bis 6. Februar 2011 täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen