Gegenveranstaltung

Diese Form der Scheinrealität werde es bei öffentlich-rechtlichen Sendern nicht geben, sagte der NDR-Programmdirektor Frank Beckmann auf einer Diskussionsveranstaltung des Mainzer Mediendisputs am Dienstagabend in Berlin. "Gedopte Realität" war das Motto und meinte Sendeformate der sogenannten "Scripted Reality", Sendungen mit dokumentarischem Charakter, die aber mehr oder weniger inszeniert sind. "Wir müssen diese Entwicklung brandmarken. Die Abwärtsspirale geht immer weiter." Schlimm sei, so Beckmann, dass diese Filme unter dem Etikett "Doku" liefen. Der Dokumentarfilmer Andreas Veiel bezeichnete die "Scripted Reality" als den "Tod der Ambivalenz".

Als "Sozial-Porno" mit Kondom kommentierte Moderator Thomas Leif vom Südwestrundfunk die Art der Reality Soaps, denen vielleicht noch etwas Gutes abzugewinnen sei, weil sie die Hilfe in den Mittelpunkt stellten.

Carl Bergengruen, Fernsehdirektor vom SWR, stellte fest, dass diese Formate den Publikumsgeschmack verändern und zu einer "Hinrichtung" bestehender Sendungen führten.